Die Gleise der früheren Goerzbahn am Dahlemer Weg in Lichterfelde. Bild: IMAGO/Joko
Die Gleise der früheren Goerzbahn am Dahlemer Weg in Lichterfelde. Bild: IMAGO/Joko

An der Goerzallee in Lichterfelde liegt Steglitz Zehlendorfs größtes Industriegebiet. Gewerbetreibende setzen sich für eine Verkehrsanbindung ein.

Die geplante Wiederinbetriebnahme der Stammbahn von Steglitz-Zehlendorf nach Potsdam beschäftigt seit Jahren die Öffentlichkeit. Nun kommt ein weiteres Projekt hinzu. Im Internet wurde eine Petition für die Reaktivierung der Goerzbahn gestartet.

„An der Goerzallee in Lichterfelde haben sich zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe angesiedelt“, heißt es in der Online-Petition. „Das Areal entwickelte sich in wenigen Jahren zum größten Industriegebiet in Steglitz-Zehlendorf.“ Das Wachstumspotential sei noch lange nicht erschöpft.

„Expansion scheitert an der Anbindung“

Eine Ansiedlung weiterer Unternehmen und die Vergrößerung von existierenden Betrieben scheitere jedoch oft an der unzureichenden verkehrlichen Erschließung. Dorthin führende Straßen wie der Dahlemer Weg und der Teltower Damm seien einspurig. „Pkw und Lkw stehen dort oft gleichermaßen im Stau und die wenigen Busverbindungen entsprechen in keiner Weise dem Standard einer pulsierenden Metropole.“ 

Viele ansässige Betriebe würden händeringend nach qualifiziertem Personal suchen. Doch gerade die ungenügende Verkehrsanbindung mache das Arbeitsumfeld für potenzielle Mitarbeitende unattraktiv. Erste expandierende Firmen würden sich bereits gezwungen, ihren Sitz Richtung Stadtzentrum zu verlegen.

Hinter der Petition steht die Goerzwerk GmbH & CO.KG. Diese verwaltet das Industriedenkmal Goerzwerk, das eine Community aus Handwerksbetrieben, Start-Ups und produzierendem Gewerbe beherbergt.

„Wir bitten die politischen Entscheidungsträger im Land Berlin und im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, dieses Vorhaben zu unterstützen und dazu beizutragen, dass zeitnah ein Bahnbetrieb über die Goerzbahn zwischen Rathaus Steglitz und der Goerzallee wieder aufgenommen wird“, so die Initiatoren.

Schienenbus „on demand“

Diese untermauern ihren Appell mit konkreten Nutzungsideen: Ein elektrisch betriebener, autonom fahrender, „on demand“ nutzbarer Schienenbus könnte die knapp acht Kilometer-Strecke vom Rathaus Steglitz via S-Bahnhof Lichterfelde West bis zur Goerzallee  erschließen. Dies wäre „eine adäquate und modernen urbanen Mobilitätskonzepten entsprechende Lösung, um auch Werktätige, die im Innenstadtbereich leben, an ihren Arbeitsplatz an der Goerzallee zu bringen“.

Zwei zusätzliche Haltepunkte entlang des Dahlemer Weges sollen die Anbindung der angrenzenden Wohngebiete verbessern und auch hier zum Umstieg auf die Schiene motivieren.  

2022 sei es gelungen, die gesamte Bahntrasse mit der Zweckbindung „Nutzung für Verkehr“ in Landeseigentum zu bringen. Die Deutsche Bahn halte die Strecke grundsätzlich für sofort nutzbar.

Vom Bezirksamt ist bislang keine Reaktion auf die Petition bekannt.

Text: red/nm

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