Die Monumentenstraße verbindet die Langenscheidtbrücke in Schöneberg mit der Katzbachstraße in Kreuzberg. Bild: Nachbarschaftsinitiative
Die Monumentenstraße verbindet die Langenscheidtbrücke in Schöneberg mit der Katzbachstraße in Kreuzberg. Bild: Nachbarschaftsinitiative

Eine Schöneberger Nachbarschaftsinitiative sammelt Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung in der Monumentenstraße.

Die Aktivisten fordern einen sogenannten Kiezblock zwischen Monumentenstraße, Yorckstraße und den S-Bahn Linien S1 und S2/25 in Schöneberg. Ziele sind weniger Durchgangsverkehr und eine Förderung der Verkehrssicherheit. Der öffentliche Raum soll für mehr Lebensqualität aufgewertet und die Monumentenstraße zügig zur geschützten Fahrradstraße werden – wie bereits vor Jahren im Bezirksparlament beschlossen.

„Die Nachbarinnen und Nachbarn wollen damit nicht nur einen lebenswerteren Kiez fördern, sondern auch einen Beitrag zur Verkehrswende in Berlin und dem Erreichen der Pariser Klimaziele leisten“, heißt es in einer Mitteilung.

„Täglich brenzlige Situationen“

„In unserer Seitenstraße erlebe ich täglich brenzlige Situationen durch den zunehmenden Durchgangsverkehr“, wird Anwohnerin Ulrike Zetsche zitiert. „Viele hier sind verärgert, dass die Verkehrswende nicht vorankommt und wollen aktiv werden. Nur mit einer echten Umkehr in der Verkehrspolitik und neuen Konzepten für unsere Mobilität können wir unsere Kinder vor einer Klimakatastrophe schützen.“

Kiezblocks sind Wohnviertel, in denen alle Orte mit allen Mobilitätsformen erreichbar bleiben, die aber nicht mit Kraftfahrzeugen durchfahrbar sind. Dies wird etwa durch Einbahnstraßenregelungen oder Modale Filter (Poller) ermöglicht. „Unterbunden wird so der Ausweich- und Schleichverkehr, der durch moderne Echtzeitroutenplanung immer mehr zunimmt“, so die Nachbarschaftsinitiative. Polizei, Rettungsfahrzeuge und die Müllabfuhr könnten das Viertel weiterhin mühelos durchfahren.

Weniger Verkehr

Weil Schleichwege für durchfahrende Autos blockiert werden, förderten Kiezblocks den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität, heißt es weiter.  Mittelfristig komme es so zu weniger motorisiertem Verkehr insgesamt.

Vorbild für die in Berlin bereits an vielen Stellen realisierten Kiezblocks sind die in Barcelona eingerichteten „Superblocks“. Für Berlin hat der Verein Changing Cities das Konzept beworben. Mehr als 100 lokale Initiativen seien in der Stadt aktiv.

“Wir wünschen uns, dass mehr öffentlicher Raum wirklich lebenswert gestaltet ist für die Menschen, die hier wohnen. Nur ein kleiner Teil davon besitzt selbst ein Auto. Trotzdem ist vor unserer Haustür alles voller Parkplätze und Durchfahrtsstraßen. Muss das sein?”, fragt Enno Plasse, Mitglied der Initiative.

1.000 Unterschriften nötig

Unterschrieben werden kann der Antrag unter anderem in acht Geschäften im Kiez. Wenn mindestens 1.000 Unterschriften für den Anwohnerantrag an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg zusammenkommen, muss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) über den Antrag beraten.

Text: red

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