Der Energiekonzern RWE will die unter Lützerath liegende Kohle abbaggern.
Der Energiekonzern RWE will die unter Lützerath liegende Kohle abbaggern. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild

Berlin (dpa) – Mehr als hundert vermummte Täter sollen in Berlin-Mitte aus Protest gegen die Räumung des Dorfes Lützerath randaliert und Schaufensterscheiben eingeworfen haben. Sie zündeten in der Nacht zu Freitag Mülltonnen an und beschossen eine Polizeiwache mit Pyrotechnik, wie die Polizei mitteilte. Die Rede war von mehr als 200 Randalierern, die durch die Straßen rund um den Hackeschen Markt zogen. Das nordrhein-westfälische Dorf Lützerath soll abgerissen werden, damit der Energiekonzern RWE die darunter liegende Kohle abbaggern kann.

Laut Berliner Polizei begannen erste vermummte Personen gegen 1.15 Uhr Mülltonnen anzuzünden. Nachdem die Gruppe stark angewachsen war, zog sie weiter. Dabei beschädigten die mutmaßlich aus der linksextremen Szene stammenden Täter Schaufenster von mindestens 26 Geschäften mit Pflastersteinen und mit Farbe gefüllten Christbaumkugeln. Zudem beschmierten sie Fassaden und Fenster mit Parolen im Zusammenhang mit Lützerath.

Nach Angaben der Polizei wurden in der Nacht außerdem die Polizeiwache in der Brunnenstraße mit Pyrotechnik angegriffen und zwei Parteibüros der Grünen mit Parolen beschmiert. Die Polizei setzte einen Hubschrauber zur Suche nach den Tätern ein. Ermittelt wird wegen schweren Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung.

Auf einer linksradikalen Internetseite wurde kürzlich dazu aufgerufen, «den Kampf zur Verteidigung von Lützerath auch in den Großstadtgebieten zu propagieren». Weiter hieß es: «Wir können auch hier in Berlin gemeinsam unsere Wut auf die Straße tragen.»

Die Polizei konnte nach eigenen Angaben zwei verdächtige Männer und eine Frau festnehmen. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen. Zuerst hatte die «Berliner Zeitung» über den Vorfall berichtet.

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