Mahnwache in Lankwitz. Bild: dpa/Fabian Sommer
Mahnwache in Lankwitz. Bild: dpa/Fabian Sommer

Mit einer Mahnwache in Berlin-Lankwitz haben mehrere Dutzend Menschen an die 15-Jährige erinnert, die am Samstag vergangener Woche bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen war.

Am Sonntagnachmittag kamen sie am Unfallort an einer Bushaltestelle in der Leonorenstraße zusammen, die für rund eine halbe Stunde für den Verkehr gesperrt wurde. Vor einem Foto der 15-Jährigen am Straßenrand brannten Kerzen, Teilnehmer der Mahnwache legten Blumen ab. Mehrere Jugendliche hatten Tränen in den Augen.

„Ein trauriger vierter Advent“

Ein halbes Dutzend Teilnehmer der Mahnwache saßen vorübergehend auf der Straße an der Stelle, an der sich der tödliche Unfall ereignet hatte. Roland Stimpel vom Fußgängerverband Fuss e.V sagte, es sei ein trauriger vierter Advent. «Wir müssen leider viele Mahnwachen machen.» Stimpel erinnerte daran, dass in Berlin in diesem Jahr bereits 34 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen seien, davon 22, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Stimpel sagte, wie genau es zu dem tödlichen Unfall in der Leonorenstraße gekommen sei, sei nicht geklärt. «Jede Besserwisserei und jeder Vorwurf wäre falsch.» Es lasse sich nur eine sehr allgemeine Erkenntnis daraus ziehen: «Unser Verkehr ist zu schnell, zu hektisch, zu sehr davon geprägt, dass irgendjemand gehetzt ist, nicht rechtzeitig halten kann.»

Mehr Tempo-30-Zonen

Damit der Verkehr sicherer werde, sei Entschleunigung nötig. Das gelte vor allem da, wo sich in der Stadt die Wege vieler Menschen zu Fuß, auf dem Rad, im Auto oder mit Bus und Tram kreuzten. Stimpel sprach sich für mehr Begrenzungen auf Tempo 30 aus.

Am Rande der Mahnwache kam es zu einem Zwischenfall. Ein Passant rief den Teilnehmern zu: «Was seid ihr für Idioten hier?» Nach Angaben der Polizei ist er daraufhin geschubst worden und zu Boden gefallen. Daraufhin wurde der Rettungsdienst der Feuerwehr alarmiert. Ein Notarzt versorgte den Mann medizinisch.

Zu der Mahnwache eingeladen hatten mehrere Organisationen, neben Fuss e.V. auch Changing Cities und der ADFC Berlin. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 90 Menschen daran teil.

Von Doppeldecker-Bus überfahren

Bei dem schweren Unfall im Bezirk Steglitz-Zehlendorf waren zwei Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren von einem Doppeldecker-Bus überfahren worden. Die Jugendlichen wurden unter dem Bus eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr geborgen werden. Die 15-Jährige starb am Unfallort, die 14-Jährige erlitt schwere Verletzungen. Die beiden sollen bei roter Fußgängerampel über die Straße gelaufen sein.

Quelle: dpa

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