Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort.
Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) – Zwei Tage nach dem tödlichen Verkehrsunfall mit einem Linienbus in Berlin ermittelt die Polizei weiter zu der Ursache. Die beiden Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren sollen am Samstagabend in Steglitz bei roter Fußgängerampel über die Straße und vor den Doppeldecker-Bus gelaufen sein. Bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt, wird es noch dauern. Nach Polizeiangaben gab es viele Augenzeugen. Die 15-jährige Jugendliche starb am Unfallort, ihre 14-jährige Begleiterin erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Oberkörper.

Die Jugendlichen waren unter dem großen Bus eingeklemmt worden und mussten von der Feuerwehr mit Spezialtechnik geborgen werden, indem der Bus zuerst mit Hebekissen und dann von einem Kranwagen angehoben wurde. Die eingeklemmte 15-Jährige war bereits tot.

Nach dem Unfall wurde wieder über die Überlastung des Berliner Rettungsdienstes diskutiert. Zum Zeitpunkt des Notrufes war zunächst kein freier Rettungswagen in Berlin verfügbar. Als erster Wagen traf dann ein Notarzt neun Minuten nach dem Notruf ein, die ersten beiden Rettungswagen (RTW) kamen nach 20 Minuten an, so die Feuerwehr.

Der Rettungsdienst ist vor allem deshalb überlastet, weil das Personal knapp ist. Außerdem gehen viele Notrufe ein, die sich nicht auf echte Notfälle beziehen. Auch darum müssen sich die Sanitäter kümmern, so dass es bei echten Notfällen länger dauern kann.

Dass immer mehr Menschen immer öfter die Notrufnummer 112 wählen, statt selber zum Arzt zu gehen, ins Krankenhaus zu fahren oder am Wochenende den Notdienst der Kassenärzte anzurufen, zeigen die Zahlen. Die Zahl der Einsätze im Rettungsdienst der Feuerwehr stieg seit 2011 um fast 50 Prozent: von rund 287.000 auf 424.000 (2021). Die Bevölkerung in Berlin wuchs im selben Zeitraum nur um etwa 10 Prozent. Überlastet sind auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser, was für die Rettungswagen ebenfalls ein Problem ist. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verhandelt seit längerem mit den Grünen und der Gesundheitssenatorin über eine Lösung.

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