Blick auf den Kranoldplatz.
Viel vor am Kranoldplatz. Bild: IMAGO/tagesspiegel

Rund um den Kranoldplatz in Lichterfelde Ost braucht es mehr Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit sowie einen gesunden Branchenmix. Das hat eine Standortanalyse ergeben. Auf dem Weg dorthin sollen Anwohner und Gewerbetreibende eng eingebunden werden.

Die Standortstrategie für das Geschäftsviertel rund um den Kranoldplatz wurde im Auftrag des Standortmanagements erarbeitet. Sie  gibt Empfehlungen zur Entwicklung im Einzelhandels- und Dienstleistungsbereich, aber auch zu Begegnungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Jetzt wurde die Studie veröffentlicht.

Als Maßnahmen werden die Herstellung eines ausgewogenen Branchenmixes, die Ansiedlung von Gastronomie, ein Leerstandsmanagement und ein Standortmarketing vorgeschlagen. Hinzu kommen Empfehlungen für die Erhöhung der Aufenthaltsqualität sowie Konzepte für den Markt, die Nutzung des Kranoldplatzes und den Verkehr.

Ferdinandmarkt soll wiederbelebt werden

Für die Standortanalyse wurden auch Gewerbetreibende befragt. Diese sehen Handlungsbedarfe hinsichtlich der Vermittlung zwischen einzelnen Interessengruppen am Standort, etwa der HGHI Holding GmbH und dem bestehenden Gewerbe. Außerdem setzen sie auf die  Wiederbelebung des Ferdinandmarktes.

Zum Thema Erscheinungsbild und Aufenthaltsqualität empfehlen sie beispielsweise eine
bessere Gestaltung des Bahnhofvorplatzes, die Sanierung des Bahnhofs, mehr Grünflächen, den Ausbau von Parkplätzen, ein besseres Parkraummanagement sowie die Verkehrsberuhigung des gesamten Gebiets. 

„Die Herstellung eines gesunden Branchenmixes ist als langfristiges Ziel zu denken“, heißt es in der Studie. „Auf der einen Seite ist darauf zu achten, dass Geschäfte, die zur Vielfalt beitragen, am Standort erhalten bleiben.“ Neue Entwicklungen seien unter Berücksichtigung der Nachfragesituation sowie der Verträglichkeit mit dem
Bestand zu betrachten.

Leere Ladenlokale nutzen

Auf der anderen Seite sollten bestehende und künftige Leerstände,
Mieterwechsel oder Neuansiedlungen genutzt werden, um dem Gesamtziel näher zu kommen. Über längere Zeit leerstehende Ladenlokale sollten nach Möglichkeit mit Zwischennutzungen bespielt und für die Wiedervermietung in Szene gesetzt werden. Eine Maßnahme könnte in einem Leerstandsmanagement bestehen, um Leerstände quantitativ und qualitativ zu erfassen sowie Ansprechpartner und Interessenten zu vermitteln. 

Auf dem Kranoldplatz sollten die verschiedenen Anforderungen zusammengedacht und -geplant werden und etwaige bauliche Maßnahmen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität unter Berücksichtigung der Anforderungen des Wochenmarktes und in Zusammenhang mit den Herausforderungen der Verkehrsführung rund um den Kranoldplatz betrachtet werden.

„Da die Ansprüche an den Kranoldplatz zahlreich und die Ideen für dessen Nutzung vielfältig sind, könnte die gemeinschaftliche Erarbeitung eines Nutzungskonzepts eine hilfreiche Grundlage bieten“, so die Autoren. Vor diesem Hintergrund sollten auch mögliche Flächenerweiterungen durch Nutzung der angrenzenden Nebenstraße(n) geprüft werden.

Straßenräume neu aufteilen

Zur Aufenthaltsqualität zählen auch verkehrliche Aspekte, da diese den öffentlichen Raum wesentlich beeinflussen.  Straßenräume sollten neu aufgeteilt und angepasst werden, um insbesondere dem Fuß- und Radverkehr mehr Raum und Sicherheit geben zu können.

Wann aus den Vorschlägen konkrete Planungen werden, ist unklar. Das Standortkonzept ist „ein informelles Beratungsinstrument, das den Fachämtern übergeben wird“, heißt es aus dem Bezirksamt. Verkehrsstadtrat Urban Aykal (Grüne) hat sich bereits vor Monaten für mehr Verkehrssicherheit am Kranoldplatz und dessen Umgestaltung zu einer „Piazza“ ausgesprochen.

Die gesamte Standortentwicklungsstrategie kann auf der Website des Standortmanagements Kranoldkiez eingesehen werden.

Text: red/nm

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