Tier- und Naturschützer: BER muss was gegen Vogelsterben tun

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Panorama vom Zentrum Berlin Mitte. 13.09.2022, Berlin, GER - Panorama vom Zentrum Berlin Mitte., Berlin Berlin Deutschland, DEU Mitte *** Panorama from center Berlin Mitte 13 09 2022, Berlin, GER Panorama from center Berlin Mitte , Berlin Berlin Germany, DEU Mitte

Schönefeld (dpa/bb) – Jedes Jahr prallen zahlreiche Vögel gegen die Glasscheiben des Hauptstadtflughafens BER und sterben – in einem offenen Brief an die Betreiber haben Umweltverbände nun mehr Schutzmaßnahmen für die Tiere gefordert. «Seit der Eröffnung des Flughafens BER erreichen uns fortlaufend Berichte und Fotos von toten und verletzten Vögeln, die an Glasflächen der Gebäude kollidiert und zu Tode gekommen sind», heißt es in dem Schreiben, das der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Naturschutzbund (Nabu), der Tierschutzverein für Berlin sowie der Landestierschutzverband Brandenburg am Dienstag veröffentlicht haben.

Betroffen seien zahlreiche Arten wie Eisvogel, Turmfalke, Waldschnepfe, Haubenlerche, Singdrossel oder Waldkauz. Den Verbänden zufolge erkennen Vögel transparentes Glas nicht als Hindernis und können auch Spiegelungen der Umgebung nicht als solche erkennen. Nachts würden sie zudem von beleuchteten Gebäuden angelockt. Das Problem sei der Flughafengesellschaft seit 2012 bekannt. «Trotzdem wurden in der 14 Jahre währenden Bauzeit des BER keine Maßnahmen ergriffen, Abhilfe zu schaffen», schreiben die Verbände.

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Es fehlten etwa Abschottungsvorrichtungen, um nächtliche Lichtemissionen zu verringern. «Wäre das Problem in der Bauplanung frühzeitig berücksichtigt worden, hätten Vogelkollisionen am BER weitestgehend vermieden werden können.» Eine Nachrüstung sei nun deutlich aufwendiger und kostenintensiver.

Der BER teilte auf Anfrage mit, das Terminal 1 (T1) und dessen Glasflächen regelmäßig auf Vogelanprall zu kontrollieren. 50 tote Vögel seien im Jahr nach der Inbetriebnahme gefunden worden. Im laufenden Jahr seien es bislang 40 verendete Tiere gewesen. Die freistehenden Glasflächen, insbesondere links und rechts des T1, seien deshalb mit einer speziellen Folie beklebt worden. Die Betreiber seien zudem in Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

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