PCK-Geschäftsführer: Werden ab 1. Januar weiter produzieren

34
Panorama vom Zentrum Berlin Mitte. 13.09.2022, Berlin, GER - Panorama vom Zentrum Berlin Mitte., Berlin Berlin Deutschland, DEU Mitte *** Panorama from center Berlin Mitte 13 09 2022, Berlin, GER Panorama from center Berlin Mitte , Berlin Berlin Germany, DEU Mitte

Berlin/Schwedt (Oder) (dpa) – Die PCK-Raffinerie in Schwedt wird nach Angaben ihrer Geschäftsführung auch nach dem Importstopp für russisches Öl am 1. Januar weiter produzieren – aber wohl nicht im selben Umfang wie bisher. Die Einschätzung gab PCK-Geschäftsführer Ralf Schairer nach einem Bericht des RBB am Montagabend bei einer Veranstaltung in Schwedt ab.

«Ich bin zuversichtlich, dass wir die Raffinerie am 1. Januar betreiben und die Region mit Mobilität und Wärme versorgen», sagte Schairer demnach. Man habe Öl über eine Pipeline aus dem Hafen Rostock geordert, und die eigenen Lager seien voll. Das Öl werde aber nicht ausreichen, dieselbe Menge Benzin, Diesel und Kerosin herzustellen. Die bisher gewohnte Stabilität für die Menschen in Schwedt «wird mit Sicherheit nicht mehr da sein», sagte der PCK-Geschäftsführer dem rbb-Bericht zufolge.

-Anzeige-

Das PCK wird bisher mit russischem Öl aus der Druschba-Pipeline versorgt. Doch will die Bundesregierung dies wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine zum Jahresende stoppen. Seit Monaten wird nach alternativen Versorgungswegen gesucht. Neben Lieferungen über Rostock sind auch Tankeröl aus dem polnischen Hafen Danzig und Pipelineöl aus Kasachstan im Gespräch. Fest vereinbart ist das aber offenbar auch rund sechs Wochen vor Jahresende noch nicht.

Wirtschaftsstaatssekretär Michael Kellner (Grüne) sagte laut rbb, man erwarte demnächst eine Delegation aus Kasachstan. Er warf zugleich die Frage auf, ob Russland kasachisches Öl in der Druschba-Pipeline über eigenes Staatsgebiet leiten werde. Geführt werden auch Gespräche mit Polen. Eine von beiden Lösungen werde spätestens in sechs Monaten zusätzliche Sicherheit für das PCK bringen, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) dem Bericht zufolge.

Die Bundesregierung hatte Mitte September angekündigt, die PCK-Mehrheitseigner – zwei Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft – unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur und damit unter staatliche Kontrolle zu bringen. Schairer sagte dem rbb, das habe zu mehr Sicherheit für das PCK geführt.

Hinterlasse eine Antwort

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Name bitte hier reinschreiben