Leag im Wandel: Großes Interesse für Ausbildung

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Tag der Offenen Tür beim Lausitzer Energieunternehmen Leag.
Tag der Offenen Tür beim Lausitzer Energieunternehmen Leag. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Cottbus (dpa/bb) – Das Lausitzer Energieunternehmen Leag steckt mitten im Wandel – weg von der Kohleverstromung hin zu neuen Geschäftsfeldern wie erneuerbaren Energien. Für diesen Weg braucht der Konzern auch junge Fachkräfte. In diesem Jahr haben nach Unternehmensangaben 158 Auszubildende ihren Abschluss gemacht, allein im Sommer waren es 50. Seit dem Ausbildungsjahr 22/23 haben 91 Jugendliche eine Lehre bei der Leag begonnen. Ausgebildet werden unter anderem Elektroniker, Mechatroniker und Industriemechaniker, aber auch Brunnenbauer und Eisenbahner im Betriebsdienst.

Das Interesse an einer Lehre beim Unternehmen scheint ungebrochen. Eine Ausbildungsmesse am vergangenen Samstag war nach Angaben von Leag-Sprecherin Kathi Gerstner «sehr gut» besucht. Nachdem wegen der Corona-Maßnahmen Angebote dieser Art und Größe lange Zeit fehlten, hätten zahlreiche junge Leute die Messe zur Orientierung genutzt. Auch Bewerbungen seien abgegeben worden, unter anderem hätten sich Interessierte online vor Ort mit einer Kurzbewerbung registriert.

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Das Energieunternehmen steht vor einer Transformation. Es will in der Lausitz das größte deutsche Zentrum für erneuerbare Energien aufbauen. Das Projekt GigawattFactory soll bis 2030 sieben Gigawatt PV-und Windanlagen haben. Mit dieser Leistung könnten nach Konzernangaben künftig rechnerisch vier Millionen Haushalte sicher mit ökologischem Strom versorgt werden. Realisiert werden sollen die Photovoltaik- und Windanlagen auf den Bergbaufolgeflächen in der Region.

Auch Tagebauseen wie der Cottbuser Ostsee, der derzeit geflutet wird, sollen für die Erneuerbaren genutzt werden. Der Energiekonzern will dort eine schwimmende Solarstrom-Anlage errichten. Das Unternehmen peilt noch weitere Projekte für schwimmende Solaranlagen in Südbrandenburg an. Um angesichts der Energiepreiskrise in der Stromerzeugung kurzfristig Gas zu sparen, soll stärker Braunkohle genutzt werden. Zwei dafür reaktivierte Blöcke des Leag-Braunkohlekraftwerks Jänschwalde wurden wieder hochgefahren. Die rechtliche Möglichkeit für die Betreiber der Kraftwerke gab es ab Oktober. Die Blöcke können zunächst befristet bis zum 30. Juni 2023 wieder Strom liefern.

Nach dem beschlossenen Kohleausstieg setzt die Leag nicht nur auf neue Geschäftsfelder sondern bildet als größter Ausbildungsbetrieb der Region unter anderem Industriemechaniker und Elektroniker aus, die einmal im DB-Werk arbeiten können. Derzeit lernen 76 DB-Lehrlinge in der Ausbildungsstätte Jänschwalde. Bahn und Leag werden sie gemeinsam nutzen. 100 junge Männer und Frauen lassen sich bereits für DB-Jobs ausbilden. Die Deutsche Bahn baut derzeit in Cottbus ihr größtes Instandhaltungswerk für ICE-4-Züge, das 2026 fertig sein soll. 1200 Industriearbeits- und Ausbildungsplätze sollen entstehen.

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