Wohnungsbau in Friedrichsfelde: Mieter bangen um 300 Garagen

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Der Wohnkomplex
Der Wohnkomplex "Am Lindenhof" soll auf einem Garagenhof an der Schwarzmeerstraße 57 entstehen. Symbolbild: IMAGO/Joko

An der Schwarzmeerstraße in Friedrichsfelde plant die Howoge Wohnungen für rund 400 Menschen. Anwohner sind entsetzt. Dafür gibt es einen besonderen Grund.

Der Wohnkomplex „Am Lindenplatz“ soll auf einem Garagenhof an der Schwarzmeerstraße 57 entstehen. Die Howoge informierte die Mieter der Garagen in einem Schreiben über das geplante Vorhaben. Außerdem wurde eine Informationsveranstaltung angekündigt.

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In einer Mitteilung der Mieter an das „Berliner Abendblatt“ heißt es, dass die 300 Garagen wie auch die Parkplätze auf dem Grundstück ersatzlos wegfallen. 

Die Anwohner zeigen Verständnis für die Nachverdichtung bestehender Wohngebiete, lehnen aber eine Verschlechterung ihrer Wohnqualität ab. „Die Garagen stehen seit Jahrzehnten und sind fest verbunden mit dem Wohngebiet“, schreiben die Mieter.

Angespannte Parksituation

Und: Werden die Pläne des landeseigenen Wohnungsunternehmens umgesetzt, würde „eine ohnehin schon angespannte Parksituation extrem befeuert“. Der Bedarf von weiteren Parkplätzen für die voraussichtlich 400 neuen Anwohner drohe die Situation zusätzlich zu verschlechtern.

Die voraussichtlich 700 zusätzlich benötigten Parkplätzen könnten die Schwarzmeerstraße und die umliegenden Straßen nicht auffangen. Es handelt sich bei der Mehrzahl der umliegenden Straßen um Sackgassen und Stichstraßen.

„Im umliegenden Wohngebiet sind bereits und werden noch eine Vielzahl von Parkplätzen durch Neubauprojekte der Howoge und damit immer stärker Verdichtung des Wohngebiets zum Opfer fallen“, so die Mieter. Ergo werde es vermehrt zu unkontrollierten Parksituationen kommen. 

„Infrastruktur nicht gegeben“

Das Fazit der Mieter zu dem Bauvorhaben: „Für ein solches Projekt ist die Infrastruktur in diesem Wohngebiet nicht gegeben.“

Die Howoge äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Neubauvorhaben und den Auswirkungen auf die Parkplatzsituation in den engen Wohnstraßen.

Das Projekt „Am Lindenplatz“ befindet sich noch in einem frühen Stadium. Anfang Mai hat die Howoge eine Bauvoranfrage beim Stadtentwicklungsamt Lichtenberg eingereicht.

CDU: Bezirk soll Konzept vorlegen

Längst hat das Thema die Bezirkspolitik erreicht. In einem Antrag der CDU-Fraktion wird das Bezirksamt aufgefordert, für den Bereich rund um die Schwarzmeerstraße „ein Konzept für die langfristige Optimierung des ruhenden Verkehrs unter Beteiligung der anliegenden Wohnungsunternehmen zu erarbeiten und gemeinsam mit diesen umzusetzen“.

Anwohner und Nutzer des Garagenkomplexes hätten sich im zuständigen Ausschuss desr Bezirksverordnetenversammlung bereits geäußert und auf den Bedarf hingewiesen. „Der Bezirk sollte die skizzierte Situation nicht leichtfertig beiseite wischen, da mit der Lösung auch das Verständnis und die Akzeptanz für das Bauprojekt in der Anwohnerschaft steigen oder im Versagensfall sinken“, so die CDU-Fraktion.

Am 9. November ist der Antrag Thema im Ausschuss für Öffentliche Ordnung und Verkehr.

Text: Nils Michaelis

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