BVV-Beschluss für mehr Kiezblocks

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In Treptow-Köpenick sollen die Kiezblocks kommen. Wie hier im Ortsteil Gesundbrunnen. Bild: IMAGO / Jürgen Ritter
In Treptow-Köpenick sollen die Kiezblocks kommen. Wie hier im Ortsteil Gesundbrunnen. Bild: IMAGO / Jürgen Ritter

Um die Lebensqualität der Menschen in Treptow-Köpenick zu erhöhen, hat die Grünen-Fraktion den Antrag „Kiezblocks in Treptow-Köpenick ausweiten“ ins Bezirksparlament eingebracht. Der Antrag wurde mehrheitlich beschlossen.

Der Bündnisgrüne Antrag „Kiezblocks in Treptow-Köpenick ausweiten“ wurde auf der letzten Bezirksverordnetenversammlung mehrheitlich beschlossen und an das Bezirksamt zur weiteren Prüfung übermittelt. Ein Kiezblock ist ein städtisches Wohnquartier ohne Kfz-Durchgangsverkehr. Die Straßen innerhalb des Kiezes sind vor allem für den Fuß- und Radverkehr da, während das Auto nur zu Gast ist.

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Erster Kiezblock in Planung

Der Antrag ersucht das Bezirksamt, weitere Gebiete in Treptow-Köpenick zu identifizieren, die für die Errichtung eines solchen in Frage kommen. 

Bisher ist in Treptow-Köpenick ein einziger Kiezblock, und zwar im Kunger-Kiez in Alt-Treptow, in Planung. Ein entsprechender Einwohnerantrag, unterzeichnet von 1.700 Unterstützern, wurde mit großer Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen.

Der Kungerkiez liegt als einziger Stadtteil des Bezirks Treptow-Köpenick innerhalb des S-Bahn-Rings. Am Treptower Park soll spätestens ab 2023 die Anschlussstelle der Autobahn A 100 eröffnet werden. Bisher gibt es kein Konzept, das die angrenzenden Wohnviertel vor der zu erwartenden Autolawine beschützt. Bereits jetzt ist der Kungerkiez durch den zunehmenden Kfz-Durchgangsverkehr stark belastet. Das führt zu mehr Lärm, Abgasen, Staus und Gefährdung von Schulkindern, Radfahrern und letztlich allen Personengruppen.

Gerechtere Nutzung des öffentlichen Raums

„Wir wollen die Aufenthaltsqualität und somit Lebensqualität im Kungerkiez erhalten, ja verbessern. Wir wollen eine gerechtere Nutzung des öffentlichen Raums für alle Nutzern erreichen … Wir sind ein lebendiger Kiez mit Straßenfesten, Kultur, Austausch und guter Nachbarschaft und wollen es bleiben. Das heißt für uns: mehr Platz und Sicherheit für Alle auf den Straßen“, heißt es auf der Website „Kunger-Kiezblock“.
 
Nun soll laut Antrag der Grünen eine Prüfung von weiteren Gebieten möglichst bis Ende 2023 erfolgen und dann in partizipativen Verfahren realisiert werden. Besonderes Augenmerk bei der Auswahl wird hier auf Areale gelegt, in denen die Anwohner einem hohen Maß an Lärm- und Umweltbelastung ausgesetzt sind, unter anderem durch einen hohen motorisierten Durchgangsverkehr. Ziel ist es, dort dann temporäre Spielstraßen, Tempo-30-Zonen im gesamten Gebiet und breite Radwege zu etablieren.

Mehr Sicherheit für alle

„Die Entscheidung der Bezirksverordnetenversammlung unseren Folgeantrag ‚Kiezblocks ausweiten‘ als Beschluss dem Bezirksamt vorzulegen, zeigt, dass wir Bündnisgrüne auf dem richtigen Weg sind. Durch die von uns angestrebten Kiezblocks, wird es zur Steigerung der Lebensqualität für alle Anwohnerinnen und Anwohner und zu mehr Sicherheit für alle, gerade die jüngeren, Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, in verdichteten und eng besiedelten Gebieten kommen“, erklärt Christian Huber, verkehrspolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Erster Schritt für den ersten Kiezblock

„Der Antrag baut auf den bereits beschlossenen Antrag vom Januar 2021 auf, in dem es um die Entstehung eines Kiezblocks in Alt-Treptow ging. Durch den Erfolg und die jüngst stattgefundene Begehung in Alt-Treptow in Anwesenheit unserer Stadträtin Dr. Claudia Leistner gemeinsam mit Engagierten, ist ein erster Schritt für die Entstehung des ersten Kiezblocks in unserem Bezirk gemacht“, ergänzend dazu Eva Johanna Knorr, stadtpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Text: red/sara

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