Wie die Neuköllner Hasenheide gegen den Klimawandel kämpft

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Herbst in der Hasenheide in Neukölln. Foto: IMAGO / Rolf Kremming
Herbst in der Hasenheide in Neukölln. Foto: IMAGO / Rolf Kremming

Die Hasenheide in Neukölln ist wegen Trockenheit und Übernutzung in einem schlechten Zustand. Mit rund 650 neuen, hitzeverträglichen Bäumen, weiteren Sträuchern, Bodenverbesserungen und besserer Lenkung der Besucher soll der Berliner Park dem Klimawandel besser widerstehen.

Ab Anfang 2023 soll der große Park nördlich des Tempelhofer Feldes mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket und dem Projekt „Klimaresiliente Hasenheide“ fit für die Zukunft gemacht werden. Fünf Millionen Euro zahlt der Bund dafür.

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Viele Wiesen vertrocknet

In den letzten drei Jahren hätten fast zehn Prozent der Bäume vorzeitig gefällt werden müssen, so der Bezirk. Viele Wiesen seien zu trocken, von den vielen Besuchern beschädigt und stark verdichtet. Nun sollen widerstandsfähige Bäume nachgepflanzt werden. Gleichzeitig soll der „außerordentlich wertvolle Altbaumbestand“ erhalten werden, die Böden müssen großflächig aufgelockert werden. Kräuterrasen, Wiesen und Büsche, die Trockenheit vertragen, sollen gesät werden.

Rauchende Männer sitzen in der Neuköllner Hasenheide.
Rauchende Männer sitzen in der Neuköllner Hasenheide. Foto: IMAGO / Rolf Kremming

Auch die Wasserversorgung des Parks soll deutlich verbessert werden, hieß es. Derzeit würden in heißen Jahren 10.000 bis 12.000 Kubikmeter Wasser für die Bewässerung genutzt. Bis sich die 650 neuen Bäume selbst versorgen könnten, werde der Wasserverbrauch in den nächsten zehn Jahren noch steigen. Zunächst soll daher mit einem neu gebohrten Brunnen und einem Zwischenspeicher Grundwasser gefördert werden.

Außerdem werde das abfließende Regenwasser umgelenkt. Und durch zusätzliche Humusbildung könne die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, deutlich verbessert werden. 6000 Tonnen Mulch und Kompost sollen auf einer Fläche von zwölf Hektar verteilt werden.

Zusätzliche Sportflächen geplant

Ein Problem in der Hasenheide seien auch die knappen Flächen für Sport und die vielen Menschen, die Yoga, Tai-Chi oder Gymnastik machten, erklärte der Bezirk. Fitness-Center würden den Park zusätzlich als öffentliche Work-out-Fläche nutzen. „Die von ihnen genutzten Wiesenflächen sind abgenutzt und der Boden ist verdichtet.“ Daher sollen zusätzliche Sportflächen gebaut werden, um die Sportler von den Wiesen zu holen.

Spaziergänger in der Hasenheide in Neukölln. Foto: IMAGO / Rolf Kremming
Spaziergänger in der Hasenheide in Neukölln. Foto: IMAGO / Rolf Kremming

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) betonte: „Wir können beim Klimawandel nicht tatenlos zusehen, und hier in Neukölln wollen wir zeigen wie es geht.“ Das Projekt mitten in der Stadt solle weit über Berlin hinaus ein Signal setzen bei der Gestaltung von Naherholungsgebieten, „dass sie als grüne Lungen Bestand haben und für alle zugänglich bleiben“.

Umwelt-Stadtrat Jochen Biedermann (Grüne) teilte mit: „Wir schützen die vielfältige Stadtnatur in diesem einzigartigen Biotop mit allein sieben verschiedenen Fledermausarten. Dazu schaffen wir auch neue Angebote für die menschlichen Nutzer.“

Text: dpa/red/su

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