„Wir hatten ein normales Leben“ – Foto-Schau zum Ukraine-Krieg

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Eine Szene am nördlichen Stadtrand von Kiew. Bild: Sebastian Backhaus/Agentur Focus
Eine Szene am nördlichen Stadtrand von Kiew. Bild: Sebastian Backhaus/Agentur Focus

Eine Freiluftausstellung auf dem Herrfurthplatz zeigt Fotografien aus Kriegsgebieten in der Ukraine.

Die Aufnahmen von rund 20 internationalen Fotografen der Agenturen Focus (Hamburg) und MAPS (Brüssel) sind vom 6. Oktober bis zum 16. November zu sehen. Sie beschreiben das Leben in der Ukraine zwischen den Jahren 2006 und 2022.

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Päsentiert werden Arbeiten aus der Zeit vor dem Krieg und aktuelle Bilder: Zivilisten, die ein Hilfszentrum eröffnen. Junge Soldaten, die an die Front geschickt werden. Geflüchtete, die von ihren Familien getrennt wurden. Das Grauen einer zerbombten Stadt.

Respektvoller Blick

„Mit respektvollen Blick geben die Fotografien Einblicke in Menschenleben, die von Konflikten erschüttert werden und helfen, im Angesichts der Zerstörung die Erinnerung zu bewahren“, heißt es in einer Ankündigung des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln.

Durch die Verknüpfung von aktueller Berichterstattung und Archivmaterial der Bildagenturen biete die Ausstellung einen Einblick sowohl in das Alltagsleben in der Ukraine als auch in die Auswirkungen des Krieges.

„Wenn ich an die Ukraine denke, sehe ich meine Heimat in Flammen“, sagt sagt Kirill Golovchenko, einer der 21 ausstellenden Fotografen. “ Auch ich ersticke darin. Gerade jetzt ist die Ukraine für mich so wertvoll wie noch nie zuvor. Gerade jetzt weiß ich: Heimat sind die Menschen, die eins werden, um ihre Freiheit zu verteidigen. Der Preis dafür ist unermesslich hoch – das Leben.“

Umbrüche dokumentiert

Die russische Invasion in die Ukraine begann 2014, als die Russische Föderation die Krim annektierte und prorussische Separatisten Gebiete in der Ost-Ukraine besetzten. Die Umbrüche, die das Land seit vielen Jahren durchlebt, haben Fotografinnen und Fotografen ausführlich dokumentiert. Überall im Land und in allen Teilen der Bevölkerung haben sie versucht, das Ausmaß der Probleme im Alltag einzufangen.

Nach dem 24. Februar 2022, als Russlands jüngster Angriffskrieg auf breiter Front gegen die Ukraine begann, kehrten einige dieser Frauen und Männer in die Ukraine zurück. Andere haben sich angeschlossen, um die menschlichen Krisen zu dokumentieren, die aus dem bewaffneten Konflikt hervorgehen.

Die Fotoausstellung „Wir hatten ein normales Leben. Ukraine 2006-2022“ ist  täglich
vor der Genezarethkirche in Neukölln, Herrfurthplatz 14, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Text: red/nm

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