Benachteiligung armer Eltern? Eine Kita in Lichterfelde sorgt für mächtig Kritik

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Tische und Stühle in einer Kita
Tische und Stühle in einer Kita Foto: imago / Jochen Eckel

Was ist denn da los? Eine Kita in Lichterfelde steht gerade massiv in der Kritik, offenbar aufgrund von ungebührlichem Verhalten gegenüber den Eltern – und zwar denen, die finanziell nicht so gut dastehen. 

In der deutsch-englischen Kita muss seit geraumer Zeit für die Kleinen eine ganze Menge hingeblättert werden. 700 Euro Gebühren müssen die Eltern plötzlich an einen Förderverein zahlen. Und in der Einrichtung scheint alles nach Luxus zu schreien: Laut der Berliner Zeitung gibt es dort einen großen Garten, einen eigenen Koch und sogar einen Hausmeister. 

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Keine Essensausgabe, kein richtiges Spielzeug

Doch einige Eltern können die enorme Summe von 700 Euro nicht tragen. Aus diesem Grund werden ihre Kinder in einer separaten Gruppe untergebracht, mit dem Namen „Die Maulwürfe“. Heißt: diese Kinder werden offenbar systematisch aus dem normalen Kita-Betrieb ausgeschlossen, weil sie die Kosten nicht zahlen können. Das sorgt für Wirbel. 

Unfassbar: die separierten Kinder der „Maulwurf“-Truppe dürfen an dem Geschehen in der Haupt-Kita nicht teilnehmen. Stattdessen würden sie Berichten der Berliner Bildungsverwaltung zu Folge in einem Durchgangszimmer betreut, müssen ihr eigenes Essen mitbringen und hätten kein altersgerechtes Spielzeug. Betroffen sei davon laut der Berliner Zeitung auch ein schwerbehindertes Kind, das angesichts der Umstände inzwischen zu Hause betreut wird. 

Hohe Gebühren sind rechtswidrig 

Die Bildungsverwaltung habe laut der Berliner Zeitung bereits die Kita-Verantwortlichen darüber informiert, dass „weder Eltern zu Zusatzbeiträgen von mehr als 90 Euro verpflichtet werden dürfen noch die Separierung von Kindern geduldet werden könne“.

Kitas in Berlin sind seit einigen Jahren gebührenfrei. Zusatzkosten dürfen demnach nur für Essen und spezielle Angebote erhoben werden. Doch auch da gibt es eine Obergrenze: Maximal 90 Euro darf von den Eltern dann verlangt werden. Das sieht der Senat so vor.

Die völlig überteuerte Luxus-Kita gehört scheinbar zu einem freien Träger, der vom Senat unterstützt wird. Der Kita-Träger habe sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. 

Text: Red./Sophia Völkel

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