So erlebten jüdische Ärztinnen die NS-Zeit

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Annemarie Bieber engagierte sich in der Weimarer Republik als Fürsorgeärztin in der Gesundheitspolitik in Schönberg. Bild: BA Tempelhof-Schöneberg
Annemarie Bieber engagierte sich in der Weimarer Republik als Fürsorgeärztin in der Gesundheitspolitik in Schönberg. Bild: BA Tempelhof-Schöneberg

Das Leben und Wirken von drei starken Frauen aus Tempelhof und Schöneberg steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Schöneberg Museum.

Am 16. September hält der Medizinhistoriker Benjamin Kuntz einen Vortrag zur Situation jüdischer Ärztinnen im Nationalsozialismus im Schöneberg Museum, Hauptstraße 40/42.

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Eine dieser Ärztinnen ist Dr. Erna Davidsohn, die in den 1930er-Jahren eine Kinderarztpraxis in der Tempelhofer Manteuffelstraße hatte. Bis zum Kriegsausbruch 1939 begleitete sie mehrere Kindertransporte nach England und Schweden. 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert, wo sie im Lagerlazarett unter widrigsten Bedingungen Inhaftierte versorgte.

Grausame Erfahrungen

Auch die Kinderärztin und Allergologin Dr. Lucie Adelsberger war im KZ Auschwitz. Im Gegensatz zu Erna Davidsohn überlebte sie die Lagerhaft und beschrieb die grausame Zeit später in ihrem Buch „Auschwitz ein Tatsachenbericht“, heißt es in einer Ankündigung.

Lucie Adelsberger beschrieb die grausame Zeit in Auschwitz in einem Buch. Bild: BA Tempelhof-Schöneberg
Lucie Adelsberger beschrieb die grausame Zeit in Auschwitz in einem Buch. Bild: BA Tempelhof-Schöneberg

Die Gynäkologin und Chirurgin Dr. Annemarie Bieber engagierte sich in der Weimarer Republik als Fürsorgeärztin in der Gesundheitspolitik in Schönberg. Bis zu ihrer Flucht in die USA 1940 praktizierte sie unter lebensgefährlichen Umständen weiter.

Eintritt frei

Benjamin Kuntz ist Medizinhistoriker am Robert-Koch-Institut und an der Charité. Er leitet die Geschäftsstelle des Projekts „GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung“.

Die Veranstaltung läuft unter dem Titel „Wir waren ausgeschieden aus der Welt…“. Dieser ist Lucie Adelsbergers „Auschwitz ein Tatsachenbericht“ entnommen.

Der Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Am 14. Oktober, um 16 Uhr, wird in der Stübbenstraße 13 ein Stolperstein für Annemarie Bieber verlegt.

Text: red/nm

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