Raketen über Tegel

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Ähnliche Maße wie ehedem in Tegel: eine Testrakete in den USA, vermutlich 1959. Bild; IMAGO/piemags

Schon gewusst? In Tegel lag der erste Raketenflugplatz der Welt. Mehr dazu ist bei einer Buchvorstellung im Museum Reinickendorf zu erfahren.

„Der erste Raketenflugplatz der Welt“: So lautet der Titel des Vortrags von Wolfgang Both am 15. September, um 18 Uhr, im Museum Reinickendorf, Alt-Hermsdorf 35, vor. „Anhand anschaulicher Bilder und Dokumente erläutert der Referent die spannende Geschichte von den Anfängen eines ganz neuen Experimentierfelds auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik, die sich genau in Tegel ereignete“, heißt es in einer Ankündigung.

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Nachdem der Schießplatz Tegel in der Jungfernheide Ende des 19. Jahrhunderts von der Preußischen Armee aufgegeben worden war, verfiel er über 30 Jahre in einen Dornröschenschlaf. Auch die Luftschiffer konnten ihn 1905 nicht wiedererwecken.

Erster Start im Jahr 1931

Das gelang erst mit der Gründung des Raketenflugplatzes Ende September 1930, nachdem Rudolf Nebel vom Wehrbezirkskommando ein vier Quadratkilometer großes Areal pachten konnte. Anfang 1931 war der erste Teststand errichtet, im Mai 1931 hob die erste Flüssigkeitsrakete vom Boden ab.

Anfang 1931 war in Tegel der erste Teststand errichtet, im Mai 1931 hob die erste Flüssigkeitsrakete vom Boden ab. Bild: Museum Reinckendorf
Anfang 1931 war in Tegel der erste Teststand errichtet, im Mai 1931 hob die erste Flüssigkeitsrakete vom Boden ab. Bild: Museum Reinckendorf

Fortschritte erreichte man durch Probieren, niemand hatte Erfahrungen im Raketenbau. Das größte Vorhaben war 1932/33 das Projekt der Magdeburger Pilotenrakete, mit der ein Mensch bis in ein Kilometer Höhe getragen werden sollte. Hierfür wurde ein Triebwerk mit einem Schub von 250 Kilogramm entwickelt und erprobt.

Forscher im Abseits

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderten sich die Arbeitsbedingungen, das Militär kündigte den Pachtvertrag und drängte die privaten Entwickler ins Abseits. Einige fanden sich später in Peenemünde bei der Entwicklung der ersten Großrakete wieder.

Der Vortrag des Autors des Buches „Kulturaufgabe Weltraumschiff. Die Geschichte des Vereins für Raumschiffahrt“ (erhältlich bei der Veranstaltung) in der GalerieETAGE findet als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Stadt. Wald. See. Tegel 700 Jahre später” statt.

Die Teilnahme ist entgeltfrei. Um Anmeldung wird per E-Mail oder telefonisch gebeten:

museum@reinickendorf.berlin.de

(030) 902 94 64 60

Text: red

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