Handjerystraße wird im Herbst zur Fahrradstraße

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In vielen Berliner Kiezen werden Fahrradstraßen eingerichtet. Nun auch in Friedenau. Bild: IMAGO/Ulrich Wagner
In vielen Berliner Kiezen werden Fahrradstraßen eingerichtet. Nun auch in Friedenau. Bild: IMAGO/Ulrich Wagner

Noch in diesem Herbst wird ein erster Abschnitt der Handjerystraße zur Fahrradstraße umgestaltet. Ein Einwohnerantrag gegen das Verkehrsprojekt scheiterte im Bezirksparlament.

Nach einer jahrelangen Hängepartie ist es nun so weit: Die Handjerystraße in Friedenau wird zur Fahrradstraße. Der nördliche Teil der Handjerystraße ab Renee-Sintenis-Platz wird im Herbst zur Fahrradstraße umgestaltet, so das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg.

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Der südliche Teil (Bundesallee bis Renee-Sintenis-Platz) soll im kommenden Jahr folgen. Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Juli konnten sich die Menschen im Kiez über den Stand der Planungen informieren.

Der Bereich im südlichen Teil der Handjerystraße wird durch das Bezirksamt derzeit geprüft. Die Planuungen sollen im Fachauusschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Herbst die Planungen detailliert vorgestellt werden.

Anwohner protestieren

Anwohner laufen Sturm gegen die Fahrradstraße. Mit einem Einwohnerantrag haben sie versucht, das bereits 2015 auf Initiative der Grünen von der BVV beschlossene Vorhaben zu stoppen.

Nach Ansicht der Initiatoren ist die Handjerystraße bereits eine Fahrradstraße. Die enge Fahrbahn verlange von Verkehrsteilnehmern, langsam zu fahren aufeinander Rücksicht zu nehmen. Eine komplett ausgebaute Fahrradstraße drohe hingegen zur Rennpiste zu werden, insbesondere für E-Roller und E-Bikes. Das berge Gefahren für Fußgänger und Kinder.

Außerdem wird der Wegfall von Parkplätzen kritisiert. Es brauche ein Gesamtkonzept für die Handjerystraße.

Offene Fragen

1.351 Menschen haben die Petition unterschrieben, 1.000 wären nötig gewesen. Die Mühe der Aktivisten war allerdings umsonst: Ende August scheiteret der Antrag in der BVV.

Aus Sicht der SPD-Fraktion ist bei der künftigen Fahrradstraße noch einiges zu klären. Zum Beispiel was aus dem Abschnitt wird, der derzeit als Spielstraße ausgewiesen ist. Und wie sich die Bewohner des Tiele-Winckler-Hauses, eine Unterkunft für Menschen mit geistiger Behinderung, mit der neuen Verkehrssituation zurechtfinden werden. „Uns geht es jedoch um pragmatische Lösungen, die die Schwächeren schützen“, so Fraktionschefin Marijke Höppner gegenüber der „Berliner Morgenpost“.

Fahrradstraßen sind in der Regel dem Radverkehr vorbehalten. Kfz, Lkw und Motorräder dürfen dort nicht fahren, es sei denn, sie sind für Anlieger freigegeben. Eine solche Regelung plant das Bezirksamt für die Handjerystraße. Weitere Informationen zu Fahrradstraßen in Berlin gibt es online.

Text: Nils Michaelis

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