Innensenatorin Iris Spranger will Sprengplatz im Grunewald erhalten

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Der Sprengplatz im Grunewald
Der Sprengplatz im Grunewald Foto: imago / Stefan Zeiz

Innensenatorin Iris Spranger machte jetzt klar, dass sie den Sprengplatz in Grunewald erhalten möchte – und das trotz der bedrohlichen und überaus gefährlichen Situation, die vor einigen Wochen entstand, als mehrere Explosionen einen Großbrand im Grunewald auslöste – der kaum gelöscht werden konnte, aufgrund des dortigen Sprengplatzes.

Spranger sagte nun dazu: „Ich will den Sprengplatz im Grunewald erhalten. Für die Sicherheit der Menschen in Berlin und Brandenburg gibt es keinen alternativen Standort. Wir werden gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz weitere mögliche Schutzmaßnahmen für die Natur sowie eine mögliche Aufforstung des Waldes erörtern.“

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Sperrung der Avus

Sie fügte hinzu: „Darüber hinaus prüfen wir die Anschaffung zusätzlicher Gerätschaften wie zum Beispiel einen Löschroboter. Die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner hat für mich oberste Priorität. Absperrungen und Verkehrseinschränkungen sind wie heute unumgänglich, weil Großbomben gesprengt werden müssen, die instabil geworden sind. Ich bitte deshalb um Verständnis der Bevölkerung.“

Am Sprengplatz Grunewald sind am heutigen Mittwoch mehrere kontrollierte Sprengungen notwendig. Um die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner zu gewährleisten, sind umfangreiche Maßnahmen wie die zeitweise Sperrung der Avus notwendig.

Nach dem Großbrand ist bereits jetzt eines deutlich geworden: Der Sprengplatz Grunewald ist alternativlos. In Berlin gibt es keinen anderen geeigneten Standort zum Betreiben eines Sprengplatzes. Insbesondere die Lage des Platzes, weit weg von der nächsten Wohnbebauung und durch kurze Anfahrtswege erreichbar, ist ein entscheidender Vorteil.

Sprengplatz aus diesen Gründen unverzichtbar

Ein Wegfall des Standortes Grunewald würde bedeuten, dass häufige Sprengungen im Stadtgebiet stattfinden müssten und damit der Alltag der Berlinerinnen und Berliner wegen erforderlicher Absperrmaßnahmen und Räumungen deutlich beeinträchtigt würde. Bei der Häufigkeit an Kriegsmunitionsfunden – allein im Jahr 2021 waren es rund 52.000 Kilogramm Kriegsmunition – wären erhebliche Einschränkungen spürbar. Auch noch 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden die Expertinnen und Experten des LKA pro Tag zwei- bis dreimal zu Einsätzen gerufen, um alte Kampfmittel zu sichern und zu entfernen. Grundsätzlich werden die Funde nach Bewertung ihrer Gefährlichkeit direkt zum Sprengplatz Grunewald gebracht.

Etwaige Kooperationen mit anderen Ländern wurden geprüft und stellen für das Land Berlin keine Alternative dar. Zudem würden die in diesem Fall längeren Transportwege auch durch bewohntes Gebiet ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen. Der Sprengplatz Grunewald ist bisher die einzige genehmigungsfähige Anlage in Berlin. Seit Einrichtung des Sprengplatzes im Jahr 1950 gab es dort bis zu dem Großbrand im August keine größeren Brandereignisse oder Unfälle. Derzeit ist die Ursachenforschung noch nicht abgeschlossen. Das Berliner Landeskriminalamt arbeitet diesbezüglich mit Expertinnen und Experten des Bundeskriminalamtes und des Bundesamtes für Materialforschung eng zusammen.

Pflege von Flora und Fauna hat Priorität

Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen für das Betreiben des Sprengplatzes standen und stehen immer an erster Stelle. Bereits im Jahr 2020 wurden die bestehenden Brandschutzmaßnahmen erweitert. Diese Maßnahmen werden nach Abschluss der Aufräumarbeiten und Ursachenforschung auf ihre Funktionalität geprüft. Sollten sich weitere notwendige Maßnahmen ergeben, werden diese umgesetzt.

Die Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport sowie die Polizei Berlin stimmen sich bei Großsprengungen eng mit den Berliner Forsten ab. So wie in der Vergangenheit bereits geschehen, werden dem Brandschutz und der Pflege von Flora und Fauna durch entsprechende Vorkehrungen oberste Priorität beigemessen. Die Brut- und Nistzeiten der im Grunewald lebenden Tiere werden berücksichtigt. Die Innenverwaltung wird zudem mit der Senatsverwaltung für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung über die notwendige Asservierung von Pyrotechnik sprechen. Ein Großteil der Pyrotechnik könnte nach ausführlicher Dokumentation und Lagerung von Rückstellproben nach Auffassung der Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport vernichtet werden.

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