Ukrainische Kinder und Jugendliche trainieren kostenlos beim TV Preussen

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Mit Begeisterung trainieren die Kinder auf den Plätzen des TV Preussen. Foto: Mila Rusanova
Mit Begeisterung trainieren die Kinder auf den Plätzen des TV Preussen. Foto: Mila Rusanova

Tennis war schon immer ein Sport für wahre Gentlemen, ganz egal ob auf – oder abseits des Platzes. Fair Play zählt genauso viel wie gegenseitige Hilfe und Unterstützung. So sieht man das auch beim TV Preussen in Steglitz-Zehlendorf, wo Kinder und Jugendliche aus der Ukraine während der Sommerferien auf den Plätzen des Vereins trainieren durften.

Manche von ihnen hatten zuvor noch nie einen Schläger in der Hand, andere sind bereits fortgeschritten auf dem Platz unterwegs. Ihnen allen gemeinsam ist jedoch, dass sie und ihre Familien vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine nach Deutschland flüchten mussten.

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Durch eine Anfrage des Pfarrers der evangelischen Paul-Schneider-Kirchengemeinde entstand die Idee, den Kindern und Jugendlichen zu helfen. So stellt der TV Preussen neben zwei Tennisplätzen auch noch Schläger und Bälle sowie alle weiteren benötigten Sportgeräte zur Verfügung. Fernab ihres Heimatlandes konnten die 6- bis 15-Jährigen hier während der Ferien dreimal pro Woche trainieren und so zumindest für ein paar Stunden die Sorgen des Alltags vergessen.

Aufschlag gemacht, doch wie weiter?

Unterstützt wurden sie dabei neben drei Mitgliedern des TV Preussen besonders von ihrem Trainer Yuriy Grischenko, der den Kindern und Jugendlichen mit vollem Einsatz die wichtigsten Techniken und Regeln des Tennissports näher brachte. “Diese Gruppe macht das ganz wunderbar, sie lernen schnell, halten den Platz sauber und haben einen super Teamgeist”, sagt Grischenko, der schon in der ukrainischen Stadt Luhansk als Trainer aktiv war.

Einer seiner Schützlinge ist der 13-jährige Vadim, der erst zu Beginn dieser Sommerferien mit dem Tennis begonnen hat. “Ich war jede Woche hier”, sagt er, “unter anderem weil Yuriy so ein guter Trainer ist. Meine fünfjährige Schwester trainiert ebenfalls mit.”

Am letzten Trainingstag der Sommerferien waren alle Kinder und ihre Eltern nochmal zum gemeinsamen Spielen und Essen eingeladen. Doch ob das Trainingsprogramm auch nach den Sommerferien fortgesetzt wird, steht derzeit noch in den Sternen. Bleibt zu hoffen, dass dies nur der Aufschlag für die ein oder andere Tenniskarriere war.

Text: Sascha Uhlig
Fotos: Mila Rusanova (Gruppenfoto) und Sascha Uhlig

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