Weniger Wohngeldempfänger in Berlin und Brandenburg

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Symbolfoto
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Berlin (dpa/bb) – Die Zahl der Wohngeldempfänger ist sowohl in Berlin als auch in Brandenburg leicht zurückgegangen. Ende 2021 bezogen 24.500 Haushalte in Berlin (minus 3 Prozent) und rund 22.500 (minus 4 Prozent) in Brandenburg Wohngeld, wie das Amt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der reinen Wohngeldhaushalte, in denen alle Haushaltsmitglieder einen entsprechenden Anspruch haben, lag in Berlin bei 24.055, in Brandenburg bei 21.920.

Am häufigsten bekamen Rentner und Pensionäre die Sozialleistung. Das galt 2021 für mehr als die Hälfte der Berliner und Brandenburger Haushalte, die Wohngeld bezogen. Die zweitgrößte Gruppe in der Statistik waren Arbeitnehmer und Beamte mit 28 Prozent in Berlin und 25 Prozent in Brandenburg. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch betrug in Berlin 184 und in Brandenburg 151 Euro. Im Jahr davor waren es 166 und 135 Euro. Der Anstieg erklärt sich unter anderem aus der Aufnahme des Grundrentenfreibetrages in das Wohngeld.

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Wohngeld ist ein von Bund und Ländern je zur Hälfte getragener Zuschuss zu den Wohnkosten. Er wird einkommensschwächeren Haushalten gewährt, damit diese die Wohnkosten schultern können. In 2020 war die Zahl der Wohngeldempfänger in Berlin und Brandenburg deutlich auf zusammen mehr als 48.500 Haushalte gestiegen. Grund für die Zunahme (plus 20 Prozent in Berlin und plus 16 Prozent in Brandenburg) war nach Angaben des Amts für Statistik eine 2020 in Kraft getretene Wohngeldreform, durch die die Beträge erhöht und mehr Haushalte wohngeldberechtigt wurden.

Der mietenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Niklas Schenker, teilte am Donnerstag mit, die rückläufige Zahl an Haushalten, die Wohngeld empfingen, sei angesichts der immens gestiegenen Wohnkosten ein Warnsignal. «In Zeiten explodierender Heizkosten und steigender Mieten müssen der Kreis der Anspruchsberechtigten ausgeweitet und die Wohngeldzahlungen erhöht werden, um Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen zu entlasten.» Trotz erhöhter Zahlungen halte das Wohngeld mit den steigenden Wohnkosten nicht Schritt. «Ein erhöhtes Wohngeld kann nur eine Brückentechnologie auf dem Weg zu stärker regulierten Mieten sein», sagte Schenker.

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