Nach Hodenkrebs: Baumgartl setzt andere Prioritäten

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Symbolfoto
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Berlin (dpa/bb) – Timo Baumgartl hofft noch in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga auf einige Einsätze für den 1. FC Union Berlin. «Das Ziel, das man während der Chemotherapie hat, ist wieder auf dem Platz zu sein, auf dem grünen Rasen, bei den Jungs. Das fehlt einem extrem», sagte Baumgartl in einer Medienrunde am Mittwoch. Nach seiner überstandenen Hodenkrebserkrankung ist er noch ein gutes Stück vom Mannschaftstraining entfernt. Beim 26 Jahre alte Baumgartl war im April bei einer freiwilligen Vorsorgeuntersuchung Hodenkrebs festgestellt worden.

Durch die Erkrankung habe sich seine Sicht auf das Leben geändert. «Wenn man die Diagnose Krebs bekommt, muss man sich zwangsläufig beschäftigen, was ist, wenn man nicht mehr da ist?», sagte Baumgartl. «Man lernt Sachen einfach mehr zu schätzen. Man regt sich über kleinere Dinge nicht mehr so auf, setzt die Prioritäten anders.»

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Baumgartl ging mit seiner Erkrankung in Medien und den sozialen Netzwerken sehr offen um. Er mahnt an, dass auch jüngere Männer Vorsorgeuntersuchungen besuchen sollten. «Ich habe als Fußballer eine Vorbildfunktion. Es ist wichtig zu zeigen, dass so eine Krankheit vor allem junge Menschen trifft. Bei mir wurde es dadurch im frühen Stadium entdeckt», sagte der vom PSV Eindhoven für ein weiteres Jahr ausgeliehene Verteidiger.

Jetzt genießt der Abwehrspieler, der mit den ebenfalls an Hodenkrebs erkrankten Marco Richter und Sébastien Haller in Kontakt steht, jeden Fortschritt in vollen Zügen: «Das hat mir Kraft gegeben, als ich im Krankenhaus war. Es ist ein überwältigendes Gefühl, wieder auf den Platz zu gehen. Ich absolviere die Reha parallel zur Mannschaft.» Sein Freund Richter vom Lokalrivalen Hertha BSC konnte am Dienstag erstmals wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Baumgartl behält den genauen Termin für sein erhofftes Comeback für sich.

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