Ein Stecker wird in eine Steckdose gesteckt.
Ein Stecker wird in eine Steckdose gesteckt. Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Potsdam/Berlin (dpa/bb) – Die steigenden Energiekosten lassen auch in Brandenburg die Nachfrage nach Energiesparberatung deutlich ansteigen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. So haben die Verbraucherzentralen in Brandenburg im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 70 Prozent mehr Beratungen durchgeführt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie der Projektleiter Energieberatung bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, Joshua Jahn, in Potsdam sagte.

Die Nachfrage sei bereits Ende 2021 deutlich gestiegen und habe sich nach Beginn des Ukraine-Krieges noch einmal erhöht, hieß es. Auch die Art der Fragen habe sich geändert. Früher sei es mehr um akute Problemlagen wie eine kaputte Heizung oder eine zu hohe Stromrechnung gegangen. Aktuell stünden präventive Maßnahmen wie beispielsweise der Austausch von Gas- oder Ölheizungen gegen Wärmepumpen oder Solarenergie im Vordergrund, so Jahn.

«Die Anfragen gehen durch die Decke», sagte auch Sven Schoß. Er koordiniert den «Stromspar-Check» der Caritas in Berlin, Brandenburg und Vorpommern. In Berlin sei die Nachfrage nach Energiesparberatung zuletzt um gut 20 Prozent gestiegen. Bei der einzigen Brandenburger Beratungsstelle in Fürstenwalde (Oder-Spree) könne er dagegen derzeit noch keinen exorbitanten Anstieg feststellen, sagte Schoß.

Dabei sei es wichtig, jetzt Maßnahmen zum Energiesparen zu ergreifen. «Wir schieben eine massive Welle vor uns her», warnte Schoß. Denn die aktuellen Nebenkostenabrechnungen bezögen sich noch auf das vergangene Jahr. Ab 2023 würden dann die gestiegenen Strom- und Gaspreise voll zu Buche schlagen.

Doch auch kurzfristige Maßnahmen können beim Energiesparen helfen, rät Jahn von der Verbraucherzentrale. So könne beispielsweise ein Sparduschkopf, der weniger Wasser durchlässt, bis zu 300 Euro an Warmwasserkosten sparen. Im Herbst oder Winter die Heizung herunterzudrehen, bringe für jedes Grad weniger eine Kostenersparnis von durchschnittlich sechs Prozent, meinte Jahn.

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