Julia Schmidt (Grüne) spricht.
Julia Schmidt (Grüne) spricht. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) – Die Brandenburger Grünen fordern angesichts der zunehmenden Waldbrände im Land umfassende Änderungen im Waldgesetz. Das werde in den nächsten Monaten angegangen, bekräftigte die grüne Landesvorsitzende Julia Schmidt in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben momentan das Problem, dass 75 Prozent des Waldes in privater Hand ist. So ist es schwierig, als Land präventiven Waldbrandschutz zu betreiben. Die Waldbesitzer fordern ja auch selber eine stärkere Unterstützung vom Land», führte sie an. Bei der Reformierung des Gesetzes geht es ihr zufolge unter anderem um die Schaffung von Schneisen, das Bohren von Löschwasserbrunnen und die Beseitigung von Totholz am Wegesrand. «Es gibt einige Maßnahmen für den Waldbrandschutz, die wir sofort angehen», betonte Schmidt.

Ein dauerhaftes Problem bleibt indes weiter bestehen – die kampfmittelbelasteten Flächen und Verdachtsflächen in Wäldern und Heidelandschaft. Rund zwölf Prozent der Gesamtfläche Brandenburgs gelten nach Angaben des Landes derzeit noch als belastet. Experten der Kampfmittelbeseitigung vernichten jedes Jahr hunderte Tonnen Bomben, Granaten und Munition. 2021 waren es 328 Tonnen Kampfmittel.

Das Problem der Räumung von Flächen liegt nach Meinung von Verbänden und Politik unter anderem bei den Kosten für den Einsatz der Kampfmittelräumer. Auch Personal für die Beseitigung der Munition fehlt. Waldeigentümer fühlen sich an dieser Stelle vom Land häufig alleingelassen. «Hier muss eine Lösung gefunden werden. Da hilft es nichts, wenn sich gegenseitig die Bälle zugespielt werden, sondern da müssen sich alle an einen Tisch setzen, das Problem wird akuter werden», fordert die die Landeschefin der Brandenburger Grünen.

Um die Wälder zukunftsfest zu machen, sei der Waldumbau im Land ein «absolut wichtiges Thema», bekräftigte Schmidt. In dieser Hinsicht hätten Versäumnisse der Politik in den vergangenen Jahrzehnten zu der Lage mit vielen großen Bränden geführt, kritisierte sie. «Man sieht jetzt auch an den Waldbränden: Die Klimakatastrophe ist da. Und sie kommt nicht von ungefähr. Was wir jetzt erleben ist auch eine Folge der Versäumnisse beim Klimaschutz in den letzten Jahrzehnten.»

In Brandenburg ist die Kiefer mit rund 70 Prozent der Gesamtwaldfläche die dominierende Baumart. In den vergangenen zehn Jahren sind nach Angaben des Landesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald von 1,1 Millionen Hektar Wald auf mehr als einem Drittel der Landesfläche ungefähr erst 18 000 Hektar umgebaut worden.

Die Grünen setzen beim Umbau des Waldes auch auf die Forstreform, die ab Januar 2023 umgesetzt werden soll. «Für den Waldumbau ist das der erste Schritt», schätztes Schmidt ein. Wir haben jetzt eine starke Forstverwaltung mit umfassenden Befugnissen und guter Ausbildung.» Ohne die Umsetzung der Reform werde das nichts mit dem Waldumbau.

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