Ein Mann sitzt in seiner Wohnung am Laptop.
Ein Mann sitzt in seiner Wohnung am Laptop. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) – Ob Steuererklärung, Behördenbrief, Abschlussarbeit oder sogar der erste eigene Roman: Nicht immer fällt es leicht, anstehende Schreibarbeiten zu bewältigen. Bei der «Langen Nacht des aufgeschobenen Schreibens» am Freitagabend in Berlin-Spandau sollen Menschen jeden Alters beim alltäglichen, beruflichen, wissenschaftlichen oder literarischen Schreiben unterstützt werden. Denn wenn Seiten leer blieben und das Schreiben aufgeschoben werde, könne das für großes Unbehagen sorgen, sagte die Berliner Autorin Alexandra Lüthen, die an der Aktion teilnimmt, der dpa.

Die Lange Nacht ist eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Spandau in Kooperation mit der Spandauer Insel der Möglichkeiten und gefördert von der Initiative «Draussenstadt». Um 18.00 Uhr beginnt das Programm aus Workshops, Vorträgen, Tipps und Tricks in einer Hofanlage in Spandau-Wilhelmstadt. «Wichtig ist uns: Das ist keine Defizit- und Problemveranstaltung, sondern eine leichte Veranstaltung, wo es im weitesten Sinne um ein lustvolles Tun gehen soll», betonte Lüthen.

Interessierte können demnach spontan vorbeikommen. Nur für ein intensives Einzel-Coaching mit dem Schriftsteller Volker Kaminski wurde vorab um Anmeldung gebeten. Für Interessierte ist das Programm kostenlos.

Was tun, wenn das Schreiben schwer fällt? «Die Scham überwinden und einfach anfangen, das ist das Allerwichtigste», riet Lüthen. «Und sich bewusst machen, dass es ganz menschlich ist, Dinge aufzuschieben und dass man damit nicht alleine ist.» Zudem müsse man von dem Irrglauben wegkommen, dass man als erwachsener Mensch alles selbst hinbekommen müsse. Lüthen ermutigte vor allem dazu, sich bei unliebsamen Schreibarbeiten Hilfe von Freunden und Experten zu holen.

Auch die Gruppe der Menschen, die nicht sicher lesen und schreiben können, wird bei der Langen Nacht unterstützt. Dafür ist das Team vom «Alfa-Mobil» vor Ort, das Informationen für Lese- und Schreibangebote bereitstellt. Obgleich sich für diese Defizite niemand schämen müsse, sei das Thema noch immer mit einem Tabu behaftet, sagte Lüthen. Dies müsse sich ändern, schließlich seien allein in Deutschland Millionen Menschen betroffen.