Polizisten stehen bei einem Einsatz auf der Straße.
Polizisten stehen bei einem Einsatz auf der Straße. Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) – Nach fast tödlichen Schüssen auf den Kunden eines «Koks-Taxis» hat die Berliner Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Fahrer angeklagt. Sie wirft dem 36-Jährigen versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte.

Der Deutsche soll am 28. November 2021 am Mariendorfer Damm mehrere Schüsse auf den Oberkörper des Opfers abgefeuert haben. Der inzwischen 31-Jährige wurde schwer verletzt und musste nach früheren Angaben der Polizei notoperiert werden.

Ob der Streit entbrannte, weil der Mann das sogenannte Koks-Taxi bestellt hatte, dann aber nicht das erforderliche Geld für das Kokain hatte, ist laut Staatsanwaltschaft eine der Fragen, die nun das Landgericht Berlin zu klären hat. Wann der Prozess beginnt, war zunächst offen. Der mutmaßliche Täter befindet sich nach Angaben des Behördensprechers in Untersuchungshaft.

Der 36-Jährige sei seinerzeit davon ausgegangen, den Mann erschossen zu haben, hieß es. Unmittelbar nach den Schüssen sei er zunächst in die Türkei geflohen, wo er auch geboren worden ist. Ende März kehrte der Beschuldigte jedoch zurück, obwohl er wusste, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt. Er wolle sich dem Verfahren stellen, hieß es.

Unmittelbar nach der Tat waren zunächst zwei Männer im Alter von 23 und 24 Jahren festgenommen worden. Der Verdacht gegen diese hat sich nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft aber nicht erhärtet. Inwiefern die Männer beteiligt waren an dem Geschehen, wird in einem anderen Verfahren geprüft. Auch die Ermittlungen zum Drogenhandel mit dem «Koks-Taxi» erfolgen in einem gesonderten Verfahren, wie es hieß.