Wen die Inflation am härtesten trifft

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Inflation
Vom Gehalt bleibt immer weniger übrig. Bild: IMAGO/Sven Simon

Überall steigen derzeit die Preise. Die Auswirkungen der Inflation treffen vor allem Singles und Alleinerziehende mit einem Nettoeinkommen von weniger als 2.000 Euro.

Wegen rasant steigender Preise gehen den Haushalten in Berlin in diesem Jahr rund 1,79 Milliarden Euro an Kaufkraft verloren – vorausgesetzt, die bisherige Teuerungsrate zieht nicht noch weiter an. Allein bei Lebensmitteln müssen die Verbraucher mit Mehrausgaben von 827 Millionen Euro rechnen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG beruft sich hierbei auf eine regionale Kaufkraftanalyse des Pestel-Instituts (Hannover).

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Aktuell steigen die Preise überall. Beim Blick auf den Supermarkt-Kassenzettel, beim Tanken oder Zoo-Besuch wird das deutlich.

Von der Inflation sind laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Menschen mit schmalem Portemonnaie besonders betroffen: In den 881.600 Haushalten, in denen in Berlin Alleinerziehende und Singles mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 2.000 Euro leben, belaufen sich die hochgerechneten Kaufkraftverluste – vom Heizen bis zum Einkauf im Supermarkt – bis Jahresende auf 553 Millionen Euro.

„Alarmierende Zahlen“

NGG-Regionalgeschäftsführer Sebastian Riesner spricht von „alarmierenden Zahlen“. Durch
die Preissteigerungen drohten soziale Verwerfungen, wenn die Politik nicht durch weitere,
gezielte Entlastungen gegensteuere. „Vom Kellner bis zur Bäckereifachverkäuferin –
Beschäftigte, die keine Spitzenverdiener sind, müssen derzeit jeden Cent zweimal umdrehen.
Wer ohnehin schauen muss, wie er bis zum Monatsende durchkommt, bei dem schlagen die
aktuellen Mehrausgaben enorm zu Buche“, so Riesner.

Laut Pestel-Institut sind die gestiegenen Lebensmittelpreise ein besonderer Inflationstreiber: Der durchschnittliche Haushalt in Berlin hat in der ersten Jahreshälfte allein bei Nahrungsmitteln eine Zusatzbelastung von 38 Euro im Monat zu tragen. Die Mehrausgaben für Energie belaufen sich demnach auf monatlich 34 Euro, Tanken und Co. verteuerte sich um zehn Euro.

Entlastungspakete reichen nicht aus

„Was wir jetzt brauchen, sind spezielle Hilfen für Beschäftigte mit geringen Einkommen. Aber auch für Rentnerinnen und Rentner, Studierende und Arbeitsuchende. Die bisherigen Entlastungspakete der Bundesregierung reichen nicht aus. Die Ampel muss nachlegen“, fordert Riesner.

Der Geschäftsführer der NGG-Region Berlin-Brandenburg spricht sich für einen Energiepreisdeckel“ aus, um Privathaushalte vor explodierenden Kosten für Gas und Strom zu
schützen. Dabei müssten alle Entlastungen sozial ausgewogen sein. Riesner: „Starke
Schultern können mehr tragen als schwache. Deshalb wäre es auch konsequent, Reiche
stärker an der Finanzierung der Krisenlasten zu beteiligen – zum Beispiel durch eine einmalige
Vermögensabgabe.“

Text: red