Auf der Motorhaube eines Streifenwagens steht der Schriftzug «Polizei».
Auf der Motorhaube eines Streifenwagens steht der Schriftzug «Polizei». Foto: David Inderlied/dpa/Illustration

Berlin (dpa/bb) – Um der aus seiner Sicht unübersichtlichen Situation vor seinem Club in Berlin-Friedrichshain Herr zu werden, hat ein Mitarbeiter Pfefferspray eingesetzt. Das teilte die Polizei am Dienstag mit, nach einem Einsatz am früheren Morgen gegen 4.30 Uhr am Warschauer Platz. Polizistinnen und Polizisten hätten dort etwa 100 Menschen festgestellt, von denen einige über Augenreizungen und Hustenanfälle geklagt hätten. Insgesamt seien neun Menschen im Alter zwischen 17 und 22 Jahren durch den Einsatz des Sprays verletzt worden. Zu dieser Maßnahme soll der 44 Jahre alter Mitarbeiter des Clubs gegriffen haben, als eine Auseinandersetzung eskalierte.

Laut Polizei war der Ausgangspunkt nach Zeugenangaben eine körperliche Auseinandersetzung vor dem Club zwischen einem 18-Jährigen und einem unbekannt gebliebenen Mann. Nach dessen Angaben soll der Unbekannten dem 18-Jährigen im Streit mit der Faust ins Gesicht geschlagen und auf ihn eingetreten haben, nachdem er zu Boden gegangen war. Dies soll von einer Gruppe von etwa 40 bis 60 Menschen, die sich vor dem Club aufhielt, beobachtet worden sein. Mehrere Personen sollen versucht haben, zu schlichten. In dieser Situation setzte der Club-Mitarbeiter dann das Pfefferspray ein. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Neben den Menschen, die infolge dessen wegen Augenreizungen und Atemwegsbeschwerden behandelt werden mussten, gab es laut Polizei zwei weitere Verletzte: Der 18-Jährige erlitt bei der Auseinandersetzung mit dem Unbekannten eine Nasenfraktur. Zudem meldete sich eine 18-Jährige, die angab, von einem 19-Jährigen ins Gesicht geschlagen worden zu sein, wodurch sie sich eine Schwellung am Auge zuzog.