Clara Herrmann, die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, steht in ihrem Büro.
Clara Herrmann, die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, steht in ihrem Büro. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) – Grünen-Politikerin Clara Herrmann hat die Pläne für den Weiterbau der Stadtautobahn A100 im Osten Berlins als absurd kritisiert. «Wer Autobahnen baut, wird mehr Verkehr bekommen – auch mitten in Berlin. Die Zubringerverkehre werden Anwohnende noch stärker belasten – mit Lärm und Feinstaub», argumentierte die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg im «Tagesspiegel» (Montag). Verkehrspolitisch mute der Bau einer Autobahn durch eine der am dichtesten besiedelten Regionen Deutschlands absurd an, so Herrmann.

Der vom Bundesverkehrsministerium geplante 17. Bauabschnitt koste mindestens 531 Millionen Euro, kritisierte sie. «Mit dem Geld könnten wir 1859 Kilometer Radwege bauen oder 26 Kilometer neue Straßenbahntrassen, 780 E-Busse beschaffen, 21 neue Grundschulen bauen oder 40.432 Bäume nachhaltig pflanzen und pflegen.»

Die A 100 sei eine Autobahn, die nicht nur Lärm und Feinstaub bringe, sondern das Klima und die Wohnkieze rund um das Ostkreuz zerstöre. «Gerade in unserem dicht besiedelten Bezirk bekommen wir die klimatischen Veränderungen schon jetzt dramatisch zu spüren: glühender Asphalt, heiße Betonwüsten, überall fehlen grüne, kühlende Oasen mit Bäumen und Wasser», erläuterte die Grünen-Politikerin.

«Natürlich müssen wir die Verkehrswege und Mobilitätsangebote in Berlin und seiner Umgebung ausbauen.» Die Autobahn sei dabei aber eine vermeintlich simple Lösung für ein komplexes Problem. «Was wir wirklich brauchen und wofür wir die Finanzmittel sinnvoll einsetzen müssen, sind sichere Rad- und Fußwege und ein noch besseres Angebot von Bus und Bahn, mit engen Taktzeiten, barrierefrei, sauber und mit wohnortnahen Haltestellen für alle Berlinerinnen und Berliner.»

Das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium hatte Ende März angekündigt, die Planungen für den Autobahn-Abschnitt vom Treptower Park in Richtung Lichtenberg zur Storkower Straße vorantreiben zu wollen. Der rot-grüne-rote Senat sieht das kritisch. SPD, Grüne und Linke hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, Planung und Bau des 17. Bauabschnitts in der bis 2026 laufenden Legislaturperiode nicht weiter zu verfolgen.

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