Symbolfoto
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Berlin/Frankfurt (Oder) (dpa/bb) – Der Städtewettbewerb um den Standort des Zukunftszentrums für Europäische Transformation und Deutsche Einheit ist offiziell gestartet. Für Brandenburg hat Frankfurt (Oder) seinen Hut in den Ring geworfen. Mit der neuen Institution will die Bundesregierung die Erfahrung der Ostdeutschen mit Wandel und Umbrüchen würdigen. Interessierte Städte haben nun drei Monate lang Zeit, den Vorgaben der Ausschreibung in ihren Bewerbungen gerecht zu werden. Bis 2028 soll das Zentrum in einem neuen oder umgestalteten Gebäude in Ostdeutschland Platz finden.

Frankfurt (Oder) wird bei seiner Bewerbung nicht nur von 35 Städten, Gemeinden, Gebietskörperschaften und Institutionen aus Deutschland und Europa unterstützt – auch drei Bundesländer gehörten mittlerweile dazu, wie die Stadtverwaltung am Freitag zum Start mitteilte. Die Landesregierung habe die Stadt bei ihrer Bewerbung von Beginn an unterstützt, seit März sei das Bundesland Berlin hinzugekommen, inzwischen auch Mecklenburg-Vorpommern.

Über 400 Menschen seien Teil der städtischen Unterstützer-Kampagne. All das bestärke die Stadt darin, die Bewerbung als Projekt des Miteinanders und der Verständigung weiter voranzutreiben, sagte Oberbürgermeister René Wilke (Linke).

«Das Zukunftszentrum ist eines der wichtigsten Projekte für die Festigung der Deutschen Einheit und des Zusammenhalts in Europa in den kommenden Jahren», erklärte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), am Freitag zum Start. Er ging davon aus, dass es bis Anfang nächsten Jahres ein Ergebnis des Standortwettbewerbs geben werde.

Die Wettbewerbsbedingungen sehen unter anderem vor, dass der Standort des Zukunftszentrums im Osten der Republik zu liegen hat und deutliche Bezüge zu den Themen Transformation und Deutsche Einheit nachweisen kann. Zudem soll die Anbindung an eine wissenschaftliche Einrichtung mit entsprechendem Profil sowie eine gute Erreichbarkeit auch für internationale Gäste gegeben sein. Die Ansiedlung des Zukunftszentrums soll überdies einen signifikanten strukturellen und wirtschaftlichen Impuls geben. Außerdem soll ein angemessenes bestehendes Gebäude oder eine freie Fläche baufrei übergeben werden können. Der Bund will 200 Millionen Euro in das Zentrum investieren. 180 Arbeitsplätze sollen entstehen.

In den Zentrum soll zum einen zu den Umbrüchen nach der Vereinigung geforscht werden; zum anderen soll das Zentrum Platz für Ausstellungen bieten, die die Leistung der Ostdeutschen würdigen, sowie einen Raum für Begegnungen und Veranstaltungen. Eine Kommission unter Vorsitz des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) hatte das Zukunftszentrum 2020 vorgeschlagen. Die Ampelparteien SPD, Grüne und FDP nahmen den Plan in ihren Koalitionsvertrag auf.

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