Der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) vor der Presse.
Der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) vor der Presse. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Dessau-Roßlau (dpa) – Aus Sicht des Ostbeauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider, ist die Abhängigkeit von russischem Gas ein «großes Versagen». «Wir waren zu naiv, zu sorglos als Deutsche. Ich sage das ganz selbstkritisch zu mir selbst», sagte Schneider am Donnerstag bei dem länderübergreifenden Energieforum der Energieagenturen der Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen sowie weiterer Partner in Dessau-Roßlau. «Wir haben uns abhängig gemacht von einem einzigen Energieversorger.» Es gebe für alles Warnzeichen, aber für die Frage, wie abhängig man geostrategisch, militärisch und mit der Industrie von einem einzigen Land und dessen Aggression sei, gebe es kein Alarmsignal.

Es brauche eine Autarkie innerhalb Europas, sagte Schneider weiter. Langfristig gebe es nichts Billigeres als grüne Energie. Es sei von zentraler Bedeutung, dass die ostdeutschen Bundesländer beim Ausbau der erneuerbaren Energien die «absolute Front-Runner» seien. «Da wo grüner Strom produziert wird, da werden auch die Arbeitsplätze sein.»

Im Zuge der Veranstaltungen haben die Landesenergieagenturen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen einen ersten Schritt in Sachen Zusammenarbeit gemacht und einen länderübergreifenden Kooperationsvertrag zum Thema Wasserstoff unterzeichnet. Weitere Bundesländer sollen folgen. «Genauso muss der Weg sein, dass wir das in Ostdeutschland gemeinsam machen und nicht separat jedes Land für sich», sagte Schneider.

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