Symbolfoto
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Berlin (dpa) – «Wer gehört dazu?» Das Deutsche Historische Museum in Berlin befasst sich in der Ausstellung «Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789» mit dem Bedeutungswandel und der Mobilisierungskraft von Staatsbürgerschaften seit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789.

Die Präsentation zeigt vom 1. Juli bis zum 15. Januar in sechs Themenräumen Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Statistiken und andere Dokumente sowie mit Filmmaterial oder Plakaten die politisch-soziale Bedeutung von Staatsbürgerschaft bis hinein in das Alltagsleben.

Der Rechtsstatus der Staatsbürgerschaft führe Menschen zusammen, trenne sie aber zugleich, sagte der Präsident des Museums, Raphael Gross, unter Berufung auf den Kurator der Ausstellung, Dieter Gosewinkel. Die Ausstellung zeige «die möglichen positiven wie die negativen Folgen der Verrechtlichung von Zugehörigkeit oder nationaler Zugehörigkeit» sagte Gross.

Zu sehen ist auch, wie das bürgerliche Recht als Privileg eingesetzt wurde. So werden die Ungleichbehandlung von Frauen ebenso thematisiert wie Diskriminierungen in Kolonien oder die Entrechtung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden. «All diese Diskriminierungen gehören zur Geschichte der Staatsbürgerschaft», sagte Gross.

In der Ausstellung gezeigt wird zum Beispiel ein Gedenkteller, der etwa am Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Darauf gemalt ist unter der Bezeichnung «bonne cotoyenne» (gute Bürgerin) eine Frau, die auf einer Kanone sitzt. In den Händen hält sie einen Degen und einen Spinnrocken (das Gerät, an dem beim Spinnen die Fasern befestigt werden). Frauen waren zwar wichtige Mitkämpferinnen in der Französischen Revolution, durften aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts in Frankreich wählen. Ein historischer Fächer aus dem Jahr 1914 erinnert an den Protest mit der Aufschrift: «Je désir voter» (Ich begehre zu wählen).

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