Blick auf die Fassaden von Wohnhäusern.
Blick auf die Fassaden von Wohnhäusern. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa) – Im Kampf gegen Wohnungslosigkeit will sich Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) ein Beispiel an Finnland nehmen. Dort ist die Zahl der Wohnungslosen deutlich gesunken, seit Obdachlose eine eigene dauerhafte Wohnung erhalten, statt in Nachtquartieren und anderen Übergangswohnformen untergebracht zu werden. Das Schlagwort dafür lautet Housing first. Das könne ein Ansatz auch für Deutschland sein, sagte Geywitz am Dienstag laut Redemanuskript bei einer Fachtagung der Arbeiterwohlfahrt Potsdam.

Geywitz sagte, sie wolle Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 überwinden; so steht es im Koalitionsvertrag des Regierungsbündnisses von SPD, Grünen und FDP. «Ich werde mir dieses Konzept aus Finnland kommendes Jahr ansehen und danach durch ganz Deutschland reisen, um mit verschiedenen Partnern in den Ländern über das Ziel 2030 zu reden», kündigte Geywitz an.

Wohnungslosigkeit sei eine Situation, in der Menschen aufgrund schwieriger Umstände oder unerwarteter Ereignisse die gesicherte Umgebung der eigenen Wohnung verlieren. «Sie verlieren Heimat, Geborgenheit und, ganz fundamental: Sicherheit.» Kaum einer könne das allein bewältigen.

Zu Appellen, mehr Energie im Haushalt zu sparen, sagte Geywitz, viele Menschen mit sehr wenig Geld müssten für Energiekosten und Miete die Hälfte und mehr ihres Einkommens aufbringen. «Diesen Menschen muss man nicht erzählen, dass kurz und nicht heiß duschen, Geld spart.» Ihnen müsse man auch nicht erklären, dass die Heizung nicht auf Volllast laufen müsse. «Die wissen das. Häufig schon von Kindesbeinen an.»

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