Urban Gardening mal anders: Waldgarten in Neukölln wächst

Martin Hikel (SPD) und Silke Karcher gießen im Urbanen Waldgarten einen frisch gepflanzten Baum.
Martin Hikel (SPD) und Silke Karcher gießen im Urbanen Waldgarten einen frisch gepflanzten Baum. Foto: Fabian Sommer/dpa

Berlin (dpa/bb) – Grüne Oase mit vielen Funktionen: In Neukölln wächst ab sofort ein Kleingartenpark nach einem neuen Konzept. «Die Bedarfe nach Erholung, ganz klassischem Gärtnern und Umweltbildung kommen hier zusammen», sagte Silke Karcher (Grüne), Berlins Staatssekretärin für Umwelt und Klimaschutz, am Donnerstag beim offiziellen Baubeginn auf der Baustelle des wachsenden Waldgartens südlich des Britzer Gartens.

Einige Bäume sind schon im Frühjahr gepflanzt worden, die Hauptbauarbeiten sollen in wenigen Tagen beginnen, damit es dann ab 2023 mit dem Gärtnern in den Waldgarten-Parzellen losgehen kann. «Hier hat man die Zukunft der Kleingärten im Sinne einer Öffnung für die ganze Stadt», sagte Karcher.

Das Projekt, ein gemeinsames Vorhaben der Uni Potsdam mit dem Bezirksverband Berlin-Süden der Kleingärtner, dem Freilandlabor Britz und dem Umwelt- und Gartenamt Kassel, soll sich von einer klassischen Schrebergartenkolonie unterscheiden. Das Konzept: Im städtischen Raum soll im Waldgarten modellhaft eine naturnahe und vor allem langfristige Form des Urban Gardenings betrieben werden, sagte Projektkoordinatorin Jennifer Schulz von der Uni Potsdam. So soll der Waldgarten in der Stadt nicht nur soziale Funktionen wie das gemeinschaftliche Miteinander beim Gärtnern, sondern auch ökologische wie etwa die Förderung biologischer Vielfalt erfüllen.

Wie die Koordinatoren erklärten, besteht ein Waldgarten vorwiegend aus essbaren, mehrjährigen Pflanzen, die sich in mehreren Vegetationsschichten teilweise überlappen – ähnlich der Struktur von Wäldern. Sie werden so kombiniert, dass sie miteinander gedeihen und geerntet werden können. 60 Kleingartenparzellen, einen großen gemeinschaftlichen Waldgarten und ein Hektar öffentliches Grün soll es unter anderem geben. Nicht in allen Parzellen sind Lauben vorgesehen. Den Rahmen gibt das Bundeskleingartengesetz vor, das aber neu interpretiert werde, sagte Schulz.

Auch in Kassel entstehen im Zuge des Projektes gemeinschaftliche Waldgärten. Die Waldgärten in beiden Städten werden vom Bundesumweltministerium mit rund fünf Millionen Euro gefördert. In Berlin fördert die Umweltverwaltung das Projekt zudem mit 600.000 Euro.

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