So soll Berlins Feuerwehr fit für die Zukunft werden

Zwei Löschfahrzeuge der Berliner Feuerwehr beim Ausrücken von der Feuerwache in Prenzlauer Berg. Der Fuhrpark soll in den Jahren 2023 und 2024 aufgestockt werden. Bild: IMAGO/Seeliger
Zwei Löschfahrzeuge der Berliner Feuerwehr beim Ausrücken von der Feuerwache in Prenzlauer Berg. Der Fuhrpark soll in den Jahren 2023 und 2024 aufgestockt werden. Bild: IMAGO/Seeliger

Die Berliner Feuerwehr will besser, moderner und attraktiver werden. Eine entsprechende „Strategie 2030“ wurde jetzt vorgestellt. Diese bleibt weitgehend vage.

Neun strategische Handlungsfelder hat die Berliner Feuerwehr erarbeitet, um sich in den kommenden Jahren für die Zukunft zu wappnen. Dazu zählen ein attraktives Ehrenamt, die Qualifizierung der Mitarbeiter, die Weiterentwicklung von Einsatzkonzepten und die digitale Transformation.

In den nächsten Monaten startet die Umsetzung der ersten Inhalte der Strategie 2030. Dazu werden aus den strategischen Handlungsfeldern operationalisierte Ziele abgeleitet, die mit konkreten Maßnahmen und messbaren Kriterien hinterlegt werden,  teilt die Berliner Feuerwehr mit. Details wurden bislang nicht bekannt.

Viele Themen würden Schnittmengen zu den Inhalten des rot-grün-roten Koalitionsvertrages aufweisen. Dazu zählen die Stadtentwicklungsplanung, der Klimaschutz aber auch Diversität. Bereits vor dem eigentlichen Strategieprozess sei für einige Themen bereits der Anstoß innerhalb der Berliner Feuerwehr, gemeinsam mit der Politik und Verwaltung, gegeben worden.

„Es stehen große Veränderungsprozesse an“, erklärte Berlins Feuerwehrchef Karsten Homrighausen am Donnerstag bei der Vorstellung der „Strategie 2030“. Man habe Trends und Megatrends ausgewertet und Erkenntnisse für die Strategie 2030 gewonnen.

Die fehlende Selbsthilfefähigkeit, vor allem in Ballungsräumen, sei so ein Trend, aber auch der demografische Wandel und die Urbanisierung. Neue Feuerwachen müssten bei der Stadtplanung schon berücksichtigt werden, mahnte Homrighausen, später würde es nur Probleme geben, wenn neben Wohnbebauung plötzlich noch eine Feuerwache gebaut werden solle.

Homrighausen: „Die Berliner Feuerwehr ist ein zentraler Krisenmanager der Stadt. Dabei geht es nicht nur um die Steuerung und Durchführung der fachlich qualifizierten Hilfe im Ereignisfall, sondern auch um die Prävention, die Vorbereitung und die Vorhaltung unserer Ressourcen.“

Mit der „Strategie 2030“ werde ein Rahmen gesetzt, „in dem wir den Herausforderungen der Zukunft begegnen, um ein verlässliches Krisenmanagement für Berlin sicherstellen zu können“.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) ließ laut einem Medienbericht wissen, dass in den Jahren 2023 und 2024 jeweils 16 Millionen Euro für den Kauf neuer Einsatzfahrzeuge im Haushaltsentwurf stünden und auch der Sanierungsstau bei Feuerwachen behoben werden solle.

Wo neue Wachen gebaut werden sollen oder woher die jährlich rund 500 Auszubildenden für die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie kommen sollen, blieb allerdings offen.

Fast eine halbe Million Einsätze hat die Berliner Feuerwehr zur Hilfeleistung, Krankenversorgung und Brandbekämpfung im vergangenen Jahr geleistet, berichtet der rbb. Mit 492.226 Einsätzen war es die höchste Zahl bislang.

In den beiden vergangenen Jahren lagen die Einsatzzahlen zwischen 470.000 und 480.000. 1.095.932 Notrufe gingen im vergangenen Jahr bei der Feuerwehr ein

Alle 64 Sekunden rückten Sanitäter, Notärzte oder Brandlöscher im Durchschnitt aus. Meistens ging es um Notfalleinsätze. Nur bei einem Bruchteil der Alarmierungen mussten Feuer gelöscht werden (6.843). Zudem gab es rund 26.000 Fehleinsätze.

Text: red/nm

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