Gewalt im Freibad: Gewerkschaft fordert Konsequenzen

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Ermittlungen vor Ort führten zunächst zu vier Tatverdächtigen im Alter von 23, zweimal 21 und 15 Jahren. Bild: IMAGO/Emmanuele Contini
Ermittlungen vor Ort führten zunächst zu vier Tatverdächtigen im Alter von 23, zweimal 21 und 15 Jahren. Bild: IMAGO/Emmanuele Contini

Zwei Tage nach der Massenschlägerei im Sommerbad am Insulaner offenbart sich das ganze Ausmaß der Gewalt.

Die „Bild“-Zeitung hat am Dienstag Videobilder veröffentlicht, die den Schrecken zeigen, den vor allem Familien, die mit ihren Kindern den heißen Sonntag im Freibad in Steglitz verbringen wollten, erlebten. Als die Schlägerei zwischen den rund 100 jungen Männern ausbricht, stehen Kinder im Pulk, im Hintergrund sieht man, wie Mütter aufspringen und ihre Kinder in Sicherheit bringen.

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Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, konnte die aufgeheizte Stimmung schließlich beruhigen. „Erst als insgesamt 13 Funkwagen sowie Teile einer Einsatzhundertschaft am Ort eintrafen, beruhigte sich die Lage“, so ein Polizeisprecher.

Auf Sicherheitsmitarbeiter eingeschlagen

Ermittlungen vor Ort führten zunächst zu vier Tatverdächtigen im Alter von 23, zweimal 21 und 15 Jahren. Gegen die vier wird nun wegen besonders schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Gegen einen 21-Jährigen wird zudem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er soll auf einen 23-jährigen Sicherheitsmitarbeiter des Schwimmbades eingeschlagen haben, berichtet die „Bild“-Zeitung.

Der zweite 21-jährige Tatverdächtige gab an, von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen und verletzt worden zu sein. Zudem äußerte er noch, dass auch eine weitere, unbekannt gebliebene Person vom selben Mann mit dem Messer an der Schulter verletzt worden sein soll. Ein zehnjähriger Junge, der in die aggressive Gruppe geriet, bekam einen Faustschlag gegen den Kopf ab.

„Polizei ist kein Bademeister-Club“

Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, fordert Konsquenzen. „Es ist Aufgabe des Veranstalters, Personenkontrollen vorzunehmen und auch zu steuern und notfalls zu begrenzen“, so Wendt gegenüber „Bild“. „Jeder Diskotheken-Besitzer, der einen ordentlichen Türsteher hat, kann dafür sorgen, dass solches Klientel nicht reingelassen wird. Da kann nicht immer die Polizei kommen. Die Polizei ist eine Strafverfolgungsbehörde und kein Bademeister-Club.“

Über die Tatverdächtigen sagte Wendt: „Es sind junge Männer, nicht alle, aber die meisten mit einem Migrationshintergrund, die ganz offensichtlich diesen öffentlichen Raum für sich beanspruchen.“

Am späten Sonntagnahcmittag hatten sich zunächst zwei Gruppen, bestehend aus vier und zehn Personen, im Spaß mit Wasserpistolen bespritzt. Aus dem anfänglichen Spaß entwickelte sich erst eine verbale und dann eine körperliche Auseinandersetzung. Als Sicherheitskräfte schlichten wollten, eskalierte die Situation. Am Ende waren an der Massenschlägerei rund 100 Leute beteiligt.

Text: red/nm

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