Anschlagsserie in Neukölln: Prozess ab Ende August

im März 2018 gab es eine Kundgebung vor dem Neuköllner Rathaus, zu der verschiedenste Parteien, Bündnisse und Einzelpersonen aufriefen. Sie wollten damit Solidarität mit den Betroffenen der Anschläge und Gewalttaten von Rechtsextremen zeigen, die sich im Bezirk Neukölln häufen. Bild: IMAGO/Carsten Thesing
im März 2018 gab es eine Kundgebung vor dem Neuköllner Rathaus, zu der verschiedenste Parteien, Bündnisse und Einzelpersonen aufriefen. Sie wollten damit Solidarität mit den Betroffenen der Anschläge und Gewalttaten von Rechtsextremen zeigen, die sich im Bezirk Neukölln häufen. Bild: IMAGO/Carsten Thesing

Nach jahrelangen Ermittlungen zur rechtsextremen Serie von Brandanschlägen und Bedrohungen in Neukölln kommen die mutmaßlichen Täter vor Gericht.

Der Prozess gegen zwei 35 und 39 Jahre alte Männer soll am 29. August beginnen, wie am Dienstag eine Gerichtssprecherin mitteilte. Zuvor hatten der RBB und die „Berliner Morgenpost“ berichtet.

Das Amtsgericht Tiergarten habe die Anklagen gegen die Männer zugelassen. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen demnach unter anderen vor, spätestens im Januar 2017 beschlossen zu haben, Brandanschläge auf die Autos zweier Männer zu verüben, die sich politisch gegen Rechtsextremismus engagieren.

Fahrzeuge angezündet

Konkret geht die Anklage davon aus, dass die Beschuldigten die Fahrzeuge der Männer in der Nacht des 1. Februar 2018 – möglicherweise unter Beteiligung weiterer unbekannter Menschen – im Bezirk Neukölln angezündet und dadurch beschädigt zu haben.

Zudem sollen die Angeklagten gemeinsam mit drei weiteren Angeklagten bei verschiedenen Gelegenheiten vor allem im Jahr 2017 Plakate und Aufkleber mit rechtsextremen Parolen im Berliner Straßenland geklebt zu haben.

Angeklagte auf freiem Fuß

Das Gericht hat zunächst bis zum 28. November insgesamt zehn Prozesstage geplant, wie die Sprecherin mitteilte. Beide Angeklagten befinden sich auf freiem Fuß. Im Fall des Jüngeren wurde ein Haftbefehl aufgehoben, der 39-Jährige wurde gegen Auflagen von der Haft verschont.

Mit den Brandanschlägen, Sachbeschädigungen und Bedrohungen in Neukölln beschäftigt sich von diesem Donnerstag an auch ein Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Text: dpa

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