Wohnungsbau in Nikolassee: Linke fordert Nachbesserungen

Kürzlich war bekannt geworden, dass mit mit einem Baustart am Wiesenschlag erst im Jahr 2024 zu rechnen ist. Symbolbild: IMAGO/Geisser
Kürzlich war bekannt geworden, dass mit mit einem Baustart am Wiesenschlag erst im Jahr 2024 zu rechnen ist. Symbolbild: IMAGO/Geisser

Die Linksfraktion kritisiert die Verzögerungen beim geplanten Wohnungsbauprojekt am Wiesenschlag. Das Bezirksamt wird aufgefordert, sich für eine höhere Zahl von Wohnungen einzusetzen.

„Statt das Vorhaben am Wiesenschlag nach Kräften zu fördern, hat besonders das alte schwarz-grüne Bezirksamt der Degewo immer neue Auflagen gemacht“, so Dennis Egginger-Gonzalez, der Vorsitzende der Linksfraktion Steglitz-Zehlendorf. Aus ursprünglich mehr als 300 geplanten Wohnungen seien nun 182 geworden.

Egginger-Gonzalez: „Die Bezirkspolitik insbesondere von CDU und Grünen hat hier rund 150 günstige Mietwohnungen verhindert. Es wäre Aufgabe der neuen Zählgemeinschaft aus Grünen, SPD und FDP gewesen, diesen falschen Kurs umgehend zu ändern.“ Eine nachträgliche Erhöhung der Wohnungszahl gilt wegen der vorangeschrittenen Planungen allerdings als sehr unwahrscheinlich.

Tiefgarage für Mieter

Egginger-Gonzalez hat noch weitere Kritikpunkte. Die Forderung einer Tiefgarage durch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf verteuere das Bauprojekt im Ortsteil Nikolassee erheblich. Gleichzeitig würden in unmittelbarer Nähe entlang der Potsdamer Chaussee jeden Tag ungenutzte Gewerbefahrzeuge, Anhänger und Wohnmobile unentgeltlich am Straßenrand stehen.

Egginger-Gonzalez: „Warum man dort kein Anwohnerparken einführt, ist unverständlich. Mit dem für die Tiefgarage eingesparten Geld könnte die degewo besser weitere günstige Wohnungen in Steglitz-Zehlendorf und Berlin bauen.“

Das Projekt am Wiesenschlag sei eigentlich ein Glücksfall für einen Bezirk, der beim Bau barrierefreier und günstiger Mietwohnungen die rote Laterne im Land Berlin habe. Dass das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hier erneut (wie zum Beispiel auch in Lichterfelde Süd) auf günstige Mietwohnungen verzichtet, sei ein politischer Skandal. „Die Rechnung für diese verfehlte Wohnungspolitik müssen vor allem Normal- und Geringverdienertragen, die keine finanzierbaren Mietwohnungen finden“, so Egginger-Gonzalez.

Baustart im Jahr 2024

Kürzlich war bekannt geworden, dass mit mit einem Baustart am Wiesenschlag erst im Jahr 2024 zu rechnen ist. In Presseberichten über das Projekt am Wiesenschlag war von Kaltmieten zwischen 6,50 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter die Rede.

Diese Zahlen bestätigte die Degewo bislang nur indirekt. Für 50 Prozent der Wohnungen in Neubauten der degewo werde ein Wohnberechtigungsschein benötigt. „Für diesen Anteil starten wir bei aktuellen Vorhaben mit 6,50 Euro Kaltmiete.“

Text: Nils Michaelis

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