Baustart für Neulichterfelde wohl erst nach 2022

Herzstück des 97 Hektar großen Quartiers soll ein Stadtplatz in der Nähe des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd werden. Visualisisierung: Groth Gruppe
Herzstück des 97 Hektar großen Quartiers soll ein Stadtplatz in der Nähe des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd werden. Visualisisierung: Groth Gruppe

2.500 Wohnungen sollen in dem neuen Quartier in Lichterfelde Süd entstehen. Wann die Bauarbeiten beginnen, bleibt offen.

Aus Sicht von Michael Karnetzki, Stadtentwicklungsstadtrat in Steglitz-Zehlendorf, wird ein Baustart für das umstrittene Projekt Neulichterfelde noch in diesem Jahr immer unwahrscheinlicher. Das sagte der SPD-Politiker laut einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ am Rande einer Informationsveranstaltung über das Vorhaben. Zuletzt war der Investor, die Groth Gruppe, von einem Starttermin im Herbst ausgegangen.

Im Juni sollten die Pläne öffentlich ausgelegt werden, damit Anwohner und Interessenten Anregungen und Einwände abgeben können. Dieser Termin verschiebt sich jetzt auf den Monat August. Sechs Wochen lang werden die Pläne dann online und im Rathaus Zehlendorf einzusehen sein.

Laufende Verhandlungen

Der Grund für die Verzögerung sei der städtebauliche Ergänzungsplan, der noch nicht fertig ist. Es seien noch ein paar Dinge in der Diskussion, so Karnetzki. Dazu gehörten Verhandlungen mit den Forsten über die Waldumwandlung und Absprachen mit dem BUND über die Pflege der Weidelandschaft.

Erst wenn diese Debatten abgeschlossen sind, könne das Bezirksamt den Bebauungsplan beschließen. Das soll im Juni sein. Nach der Auslegung im August müssen alle Kommentare gesichtet und teilweise eingearbeitet werden. Dann folgt der Beschluss durch die Bezirksverordnetenversammlung.

Da die Groth Gruppe als Investor erst nach Abschluss dieses Verfahrens die Baufirmen beauftragen kann, sieht Karnetzki einen Baustart noch im laufenden Jahr gefährdet.

2.500 Wohnungen geplant

Im Quartier Neulichterfelde sollen 2.500 Wohnungen entstehen. Im Jahr 2013 begannen die Planungen für das Areal zwischen Osdorfer Straße, Landweg und S-Bahn-Trasse. Der Baustart war für 2016 angesetzt. Gutachten, Naturschutzauflagen und der Fund von Baracken eines NS-Lagers für Zwangsarbeiter sorgten für Verzögerungen.
Anwohner wollten weniger Bebauungsfläche

Herzstück des 97 Hektar großen Quartiers soll ein Stadtplatz in der Nähe des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd werden. Dort sind Wohnungen, Büros ein Supermarkt und Geschäfte des täglichen Bedarfs geplant. Auf rund 36 Hektar sollen neben Spielplätzen und Grünflächen überwiegend fünf- bis sechsgeschossige Wohnhäuser entstehen.

Der größte Teil der Fläche entfällt mit etwa 61 Hektar auf die Weidelandschaft, die erhalten bleibt. Wenn es nach den Anwohnern gegangen wäre, hätten allerdings deutlich weniger Flächen bebaut werden dürfen. Ein Aktionsbündnis hat sich dafür ausgesprochen, nur 16 Hektar zu bebauen.

Text: red/nm

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