Eine Straße für Regina Jonas

Hier, in der Fraenkelufer Synagoge am Landwehrkanal, predige Regina Jonas. Bild: IMAGO / Schöning
Hier, in der Fraenkelufer Synagoge am Landwehrkanal, predige Regina Jonas. Bild: IMAGO / Schöning

In Kreuzberg soll eine Straße nach Regina Jonas benannt werden, umihren Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit in geistlichen Ämtern zu würdigen. Der Film „Regina“ läuft ab kommender Woche im Kino Moviemento.

Nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg 2021 soll unter Beteiligung der Öffentlichkeit eine Straße gefunden werden.

Regina Jonas (1902 – 1944) wurde 1935 als erste Frau weltweit als Rabbinerin ordiniert. Ihr Studium hatte sie mit der Arbeit „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“ erfolgreich abgeschlossen. Nach ihrer Ordination betrafen ihre offiziellen Tätigkeiten Seelsorge und Religionsunterricht. Trotzdem arbeitete Regina Jonas ab 1938 verstärkt als Rabbinerin.

Sie predigte in der heutigen Fraenkelufer Synagoge

Sie amtierte und predigte unter anderem in der heutigen Fraenkelufer Synagoge in Kreuzberg. Zudem setzte sie sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein und war in jüdischen Frauenorganisationen wie dem „Jüdischen Frauenbund“ aktiv.

Unter dem nationalsozialistischen Regime musste sie Anfang 1942 Zwangsarbeit in Lichtenberg leisten, bevor sie schließlich im November desselben Jahres nach Theresienstadt deportiert wurde. Dort leistete sie weiterhin seelsorgerische Arbeit und hielt Predigten für Gefangene. Im Oktober 1944 wurde sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort nach wenigen Wochen ermordet.

In Vergessenheit geraten

Regina Jonas geriet in Vergessenheit. Erst ab den 1990er-Jahren begann die Aufarbeitung ihres Lebens durch die Theologin Katharina von Kellenbach mit einer umfangreichen Biografie von Elisa Klapheck und einer kommentierten Ausgabe ihrer Abschlussarbeit.

Verschiedene Veranstaltungen über Regina Jonas sollen über ihr Leben, Wirken und ihre Bedeutung in der Gegenwart informieren und ihr jüdisch-feministisches Erbe erörtern. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen. Abschließend soll mit der Öffentlichkeit eine Straße für die Umbenennung gefunden werden.

Zum Auftakt findet eine Vorführung des Films „Regina“ der Regisseurin Diana Groó (2013) statt. Der Film gibt Einblicke in das Leben von Regina Jonas. Im anschließenden Gespräch erörtert die Regisseurin Diana Groó die Entstehung des Films.

  • Donnerstag, 9. Juni 2022, 18:00 Uhr
  • Moviemento Kino Kreuzberg, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin

Der Eintritt ist frei. Es gelten die Hygieneregeln des Kinos.
Das Kino befindet sich im ersten Stock und ist für Rollis nur mit Hilfe eingeschränkt zugänglich. Weitere Informationen unter: https://www.moviemento.de.

Text: red

Hinterlasse eine Antwort

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Name bitte hier reinschreiben