So sportlich sind unsere Bezirkschefs

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So fit sind unsere Bezirksbürgermeisterinnen und -meister wirklich. Collage: Collage: iStock / Getty Images Plus / Olga Kurbatova / blueringmedia / Kareen Kittelmann / IMAGO, Sabine Gudath / Laurence Chaperon / BA Steglitz-Zehlendorf / Ben Gross / IMAGO, tagesspiegel / Jonas Holthaus

Lieblingsrouten und Leidenschaften: So halten sich Berlins Bezirksbürgermeister fit.

In keiner anderen deutschen Stadt sind mehr Sportvereine gelistet, gibt es mehr Yoga- und Fitnessstudios als in Berlin. Hinzu kommen 25 Kletterhallen, 37 Beachvolleyballplätze und mehr als 60 Schwimmbäder. Kurz gesagt: In Berlin haben es Bewegungsmuffel schwer, Ausreden zu finden. Aber wie steht es eigentlich um den Bewegungsdrang der Berliner Bezirkschefs? Wir haben mal nachgefragt.

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Raus ins Grüne

Der Bezirk Mitte lockt mit vielen Parks, allen voran der Tiergarten, und einigen Outdoor-Fitnessstationen Sportler aus der ganzen Stadt an. Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel ist ebenfalls gerne im Tiergarten unterwegs. Aber auch der Volkspark Rehberge, der Humboldthain und das Spreeufer haben es dem Grünen-Politiker angetan.

Sein Lieblingssport: Rennrad fahren. „Ich fahre jeden Sonntag in aller Früh mit dem Rennrad durch Brandenburg – zwischen 150 und 200 Kilometer, im Sommer gern mit Stopp an einem Badesee“, erzählt er uns. Reinickendorfs Bezirkschef Uwe Brockhausen geht es entspannter an, aber auch ihn zieht es ins Grüne.

„Am liebsten gehe ich durch die Wälder oder entlang der schönen Seen im Bezirk. Für Menschen, die unseren Bezirk noch nicht so gut kennen, empfehle ich einen Spaziergang an der schönen Greenwichpromenade am Tegeler See“, so Brockhausens Tipps für eine Erkundungstour.

Ausgiebige Spaziergänge macht auch Spandaus Bezirksbürgermeisterin Carola Brückner. „Es zieht mich dabei immer wieder an das Havelufer von Kladow bis in die Altstadt Spandau“, so Brückner. Auch Schwimmen und Radfahren stehen bei ihr auf dem Programm. Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeister Gordon Lemm kickt hingegen zweimal die Woche mit seiner Fußballmannschaft. „Dazu versuche ich zwei- bis dreimal die Woche Fitness-Training zu schaffen. Herausfordernd sind natürlich die ,Arbeitszeiten‘ als Bürgermeister“, erzählt er.

Zeit finden

Im Alltag als Bezirksbürgermeisterin Zeit für Sport zu finden, fällt auch Steglitz-Zehlendorfs Bezirkschefin Maren Schellenberg nicht immer leicht. Wenn sie sich Zeit freischaufeln kann, dann findet man sie am ehesten auf dem Golfplatz.

Hier könne sie am besten entspannen. Als Fan steht aber ein anderer Sport bei ihr ganz oben: „Seit meinem 14. Lebensjahr bin ich ein großer VfB Stuttgart-Fan und jetzt natürlich leidenschaftlicher Hertha BSC Fan – mit allem was an Emotionen dazu gehört. Umso mehr hat mich der Klassenerhalt des Vereins gefreut“, sagt sie. Als „Hardcorefan“ eines bestimmten Fußballvereins, nämlich des SV Werder Bremen, bezeichnet sich auch Tempelhof-Schönebergs Chef Jörn Oltmann. Neben Ballsportarten haben es dem Bezirksbürgermeister vor allem Laufrunden im Grünen angetan.

Bewegung im Alltag

Dass sich Bewegung ganz einfach in den Arbeitsalltag integrieren lässt, beweisen die Bezirkschefs ebenfalls. Und sei es nur der Gang zum nächsten U-Bahnhof. „Ein paar Mal, bin ich auch mit dem Fahrrad gekommen, aber das hatte zur Folge, dass ich sehr durchgeschwitzt war“, sagt Gordon Lemm über seinen täglichen Arbeitsweg. Das wiederum scheint Mittes Bezirksbürgermeister nicht zu stören. Von Dassel fahre zu „99 Prozent“ mit dem Rad zur Arbeit. „Selbst Geburtstagskuchen lassen sich damit sicher transportieren, wenn man weiß wie“, sagt er. „Ausschließlich mit dem Rad“ ist auch Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn in Berlin unterwegs.

Den Sport im Bezirk fördern – das liegt allen Bezirksbürgermeisterinnen und -bürgermeistern, die uns bis Redaktionsschluss ihre Antworten haben zukommen lassen, am Herzen. Das geht in Mitte bereits bei den eigenen Mitarbeitern los. Denen wird pro Woche eine Stunde zur physischen oder mentalen Gesundheitserhaltung als Arbeitszeit angerechnet.

Ähnlich sieht es in Tempelhof-Schöneberg aus. „Als Arbeitgeber ist dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg die Förderung der Gesundheit aller Beschäftigten sehr wichtig. Wer sich sportlich betätigen möchte, wird von Seiten der Dienststelle unterstützt“, sagt Oltmann.

Bürgermeisterlauf
Jörn Oltmann lädt in diesem Jahr zu Bürgermeisterläufen ein. Bild: BA Tempelhof-Schöneberg

Viele Aktionen in den Bezirken

Uwe Brockhausen engagiert sich als Schirmherr für Sportveranstaltungen in Reinickendorf: „Ich freue mich besonders auf den Halbmarathon am 4. September mit Start und Ziel vor unserem Rathaus.“ Tempelhof-Schönebergs Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann, selbst passionierter Läufer, lädt seit diesem Jahr regelmäßig zu „Bürgermeisterläufen“ ein. „Bei einem Fünf-Kilometer-Lauf bieten sich viele Gelegenheiten, ins Gespräch zu kommen und die Entwicklungen im Bezirk anzuschauen“, so der Grünen-Politiker. Nächster Termin: 18. Juni, um 11 Uhr, am Rathaus Schöneberg.

Carola Brückner unterstützt Vereine wie die Sportfreunde Kladow oder die Spandauer Kickers lieber bei Wettkämpfen vor Ort. Und Gordon Lemm hat ein bezirksweites Schul-Sportfest eingeführt, „um die Begeisterung an Sport, an Bewegung, an Wettkampf zu den Jüngsten zu bringen.“ Außerdem beteiligen sich die Bezirke am 2021 gestarteten Programm „Sport im Park“, das zu Thai-Chi, CrossFit und Co. im Freien einlädt.

Text: kr

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