Turbine vor Pokalfinale: «Wir haben nichts zu verlieren»

Potsdams Sara Agrez (l) und Leverkusens Amira Arfaoui kämpfen um den Ball.
Potsdams Sara Agrez (l) und Leverkusens Amira Arfaoui kämpfen um den Ball. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Potsdam (dpa) – Kann Turbine Potsdam den VfL Wolfsburg tatsächlich stoppen und den achten Pokaltriumph der Wölfinnen in Folge verhindern? Die Rollen im DFB-Pokalfinale der Frauen am Samstag (16.45 Uhr, ARD und Sky) sind jedenfalls klar verteilt. «Wir werden alles geben, weil wir nichts zu verlieren haben», sagte Turbines Kapitänin Sara Agrez am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Stimmung sei gut im Team, man habe sich gut vorbereitet. «Das Gute daran ist, dass jede Serie irgendwann einmal reißt», sagte der Coach der Potsdamerinnen, Sofian Chahed, schon zuvor im Interview mit dem DFB über das Spiel gegen die Wolfsburgerinnen. Man gehe als klarer Außenseiter in die Partie. «Diese Ausgangslage kann uns allerdings besonders gefährlich machen.»

Im Kölner RheinEnergie-Stadion müssen die Potsdamerinnen aber beweisen, dass sie das enttäuschende Ende der Bundesligasaison abgeschüttelt haben. Lange Zeit auf Platz drei und damit auf Kurs in Richtung Champions League liegend, kassierte Turbine an den letzten beiden Spieltagen zwei empfindliche Niederlagen gegen Frankfurt (0:2) und München (0:5) und rutschte noch auf Rang vier ab.

Von daher kam Chahed die zweiwöchige Pause zwischen Ligaende und Pokalfinale gar nicht ungelegen. «Das ist gar nicht schlecht, dass der Rhythmus unterbrochen ist, denn die letzten beiden Spiele von uns waren ja nicht gut.»

Mit hoffentlich zurückgefundenem Selbstvertrauen gehen die Turbinen in ihr insgesamt achtes Pokalfinale. Die ersten drei in den Jahren 2004, 2005 und 2006 konnten gewonnen werden. Seitdem warten die Brandenburgerinnen auf einen positiven Endspielausgang. Gegen Wolfsburg unterlag man 2013 (2:3) und 2015 (0:3).

Wettbewerbsübergreifend wartet Potsdam zudem seit 12 Spielen gegen den Deutschen Meister auf einen Sieg. Der letzte Erfolg datiert vom 12. November 2016, als Turbine eine 1:0-Auswärtssieg gelang. «Von zehn Partien gewinnt Wolfsburg gegen uns neuneinhalb Mal. Wir hoffen, dass jetzt dieses halbe Mal dran ist», macht Chahed seinem Team vor dem Anpfiff am Samstag Mut. Und hofft auf die große Überraschung.

16.000 Tickets sind bislang verkauft für das Spiel, an der Tageskasse gibt es noch Karten. «Da kommen sicherlich noch mehr dazu, die ordentlich Stimmung machen», gab sich Chahed sicher. Die Vorfreude auf die Kulisse ist groß.

Nach dem Finale wird es beim Club einen großen Umbruch geben. Den vierten Platz in der kommenden Saison zu wiederholen, dürfte sehr schwer fallen. Denn der Aderlass des Kaders im Sommer ist gewaltig und die positive Entwicklung des Teams fußte in dieser Saison hauptsächlich darauf, dass die Spielerinnen unter Chahed zu einer Einheit zusammengewachsen waren.

In Sara Agrez (Wolfsburg), Melissa Kössler (Hoffenheim), Gina Chmielinski und Dina Orschmann (beide Ziel offen) verlassen Leistungsträgerinnen Potsdam. Außerdem beendet Olympiasiegerin Isabel Kerschowski ihre Karriere, Luca Graf wechselt zu RB Leipzig. Offen ist der Verbleib von Torjägerin Selina Cerci, die verletzungsbedingt am Samstag ausfallen wird.

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