Autorin Nadia Budde verwandelt sich in einen Hund

Die Berliner Illustratorin Nadia Budde.
Die Berliner Illustratorin Nadia Budde. Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa) – Es gibt Momente, in denen die Stadt nach altem Taubenstaub und neuem Beton riecht. Matratzen oder einzelne Handschuhe liegen herum. Und diese festgetretenen Kronkorken im Rasen, sehen die nicht aus wie eine fremde Währung? Die preisgekrönte Illustratorin Nadia Budde (54) verwandelt sich in ihrem neuen Buch in einen Hund. Im Comic «Hundeblick Berlin» erkundet sie ihre Heimatstadt mit den «Ansichten einer Schnauze».

Budde ist besonders für ihre Kinderbücher bekannt – etwa «Eins zwei drei Tier». Vor neun Jahren kam ein Hund aus dem Tierheim in ihr Leben, aus der leidenschaftlichen Radfahrerin wurde eine Spaziergängerin. Ihre Perspektive änderte sich. «Was den Hund interessiert hat, hat mich plötzlich auch interessiert», erzählte Budde bei der Vorstellung der Graphic Novel, die im Oktober bei Reprodukt erscheint und für ein breites Publikum gedacht ist.

Es sind poetische Momentaufnahmen über die Jahreszeiten oder auch Traumsequenzen, die sie zeichnet: etwa, wie die herumliegenden Matratzen zu fliegenden Teppichen werden. Auch viele andere Schnauzen bringt sie zu Papier. Budde findet es verblüffend, wie unterschiedlich die Tiere seien. «Hunde sind total interessant.» Sie erschnuppert, dass es in Berlin auch duften kann, nach Wäschepulver, Milch, Kaffee und Brot. Und manchmal riecht es nach DDR.

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