Der Neuköllner Schwimmbär legt wieder los

Seit 2015 gibt es das Wassergewöhnungsprojekt „Neuköllner Schwimmbär“. Symbolbild: IMAGO/Shotshop
Seit 2015 gibt es das Wassergewöhnungsprojekt „Neuköllner Schwimmbär“. Symbolbild: IMAGO/Shotshop

Schulkinder, die nicht schwimmen können, werden ans Wasser gewöhnt: Nach zwei Jahren Pause geht der „Neuköllner Schwimmbär“ am 16. Mai wieder an den Start.

Seit 2015 gibt es das Wassergewöhnungsprojekt „Neuköllner Schwimmbär“, durchgeführt durch Schwimmtrainerinnen und -trainer des „Neuköllner Schwimmbär e,V.“ im Auftrag des Bezirksamtes Neukölln.

„Diesem Neuköllner Modell liegt die Erkenntnis zugrunde, dass vielen Kindern vor der dritten Klasse die Erfahrungen im offenem Wasser, sei es im Schwimmbad oder See fehlen. Dieses Manko kann ihr angstfreies Schwimmenlernen behindern“, heißt es aus dem Bezirksamt.

Die Schlussfolgerung: um die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, langfristig zu senken, muss die Wassergewöhnung früher einsetzen. Deshalb werden seit 2015 Projektwochen zur Wassergewöhnung mit Kindern der 2. Klasse durchgeführt.

Nichtschwimmerquote fast halbiert

Bildungs-und Sportstadträtin Karin Korte (SPD): „Der Erfolg gibt uns recht. Bereits in den ersten Jahren konnte die Nichtschwimmerquote der Drittklässler Neuköllns von ursprünglich 40 auf 22 Prozent gesenkt werden. Dieses Ergebnis muss bei den nachwachsenden Kindern verstetigt und nach Möglichkeit weiter verbessert werden.“

In den Jahren 2020 und 2021 konnte das Projekt coronabedingt leider nicht stattfinden, so Korte. Um den Einbruch abzufedern, bot der Neuköllner Schwimmbär e.V. in der Ferienzeit Nachschulungen für 3.600 Schulkinder an, die das Seepferchen oder das Schwimmabzeichen in Bronze nicht erreicht haben. Diese Möglichkeit werde es auch 2022 geben.

15 Schulen nehmen teil

Die Wassergewöhnung der Kinder findet im Jahr 2022 vom 16. Mai bis zum 1. Juli im Kombibad Gropiusstadt der Berliner Bäder-Betriebe statt. Angemeldet haben sich rund 950 Schüler aus 43 Klassen von 15 teilnehmenden Schulen, darunter die Bruno-Taut-Schule, Christoph-Ruden-Schule, Eduard-Mörike-Schule und Konrad-Agahd-Schule.

Finanziert wird das Projekt „Neuköllner Schwimmbär“ aus dem Bonusprogramm für Schulen in schwieriger Lage des Landes Berlin, durch das Bezirksamt Neukölln, mit anteiligen Elternbeiträgen sowie Spenden. Die Berliner Bäder Betriebe stellen ihre Wasserflächen gegen ein reduziertes Entgelt zur Verfügung. Die Kosten für die Nutzung der Wasserflächen übernimmt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Text: red/nm

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