Neuer Mehringplatz wird eröffnet

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Engel auf der Friedenssäule am Mehringplatz. Bild: IMAGO / Klaus Martin Höfer
Engel auf der Friedenssäule am Mehringplatz. Bild: IMAGO / Klaus Martin Höfer

Am 14. Mai 2022, zum Tag der Städtebauförderung, soll der neu gestaltete Mehringplatz mit einem Stadtfest eingeweiht werden.

Am 14. Mai 2022 übergeben Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann und Bezirksstadtrat für Bauen, Wohnen und Kooperative Stadtentwicklung Florian Schmidt, den neu gestalteten Mehringplatz wieder der Öffentlichkeit.

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Starterprojekt im Sanierungsgebiet

Der Wiedereröffnung des Platzes geht eine lang andauernde Bauzeit voraus. Die Bauarbeiten zur Neugestaltung der Verkehrs- und Grünflächen durch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg begannen im Januar 2019. Bereits 2013/14 erfolgte die denkmalgerechte Restaurierung der Friedenssäule und die Erneuerung des Brunnens als Starterprojekt im Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt.

„Ich freue mich, diesen zentralen und kiezprägenden Platz nun endlich an die Anwohner*innen und Nutzer*innen übergeben zu können, für die die Bauzeit nicht immer einfach war. Dafür steht ihnen der Platz nun mit mehr Aufenthaltsqualität zur Verfügung. Der Mehringplatz ist außerdem der erste Platz im Bezirk, den wir komplett mit fair produzierten Natursteinen gepflastert haben“, sagt Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann.

Historische Figur als „Rondell“

Die Neugestaltung des Mehringplatzes und der anschließenden südlichen Friedrichstraße basiert auf einem landschaftsplanerischen Wettbewerb, den die Senatsverwaltung für Bauen und Wohnen im Jahr 2015 durchgeführt hat. Im Vorfeld des Wettbewerbs wurden in einem umfangreichen Beteiligungsverfahren die Anregungen, Nutzungswünsche und Verbesserungsvorschläge der Anwohner und der Nutzer des Platzes abgefragt.

Die Gestaltungsidee nimmt Bezug auf die historische Figur des Platzes als „Rondell“, indem ein neues zentrales Rasenrondell rund um die Friedenssäule in der Mitte des Platzes angelegt wurde. Dadurch soll der Platzraum zukünftig nicht mehr als Durchgangsraum, sondern als ruhiger und gleichzeitig vielfältig nutzbarer Aufenthaltsraum dienen. Der Fuß- und Radverkehr wird durch den sogenannten Außenring des Mehringplatzes geführt, an dem sich die Ladenlokale befinden.

Mit Natursteinen gepflastert

Die Verkehrsflächen der Fußgängerzone wurden mit Natursteinpflaster befestigt, für den Radverkehr wurden Asphaltstreifen angelegt. Bei der Neugestaltung der Verkehrsflächen wurde ein besonderes Augenmerk auf die Barrierefreiheit gelegt. Neue Bänke erhöhen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Die Beleuchtung wurde in Abstimmung mit der Denkmalpflege nach dem Vorbild aus den 1960er-Jahren erneuert. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde in der Friedrichstraße das Kunstwerk „Pfad der Visionäre“ mit in den Belag eingelassenen Bodenplatten durch den Kunstwelt e.V. realisiert.

Der „Pfad der Visionäre“ ist eine begehbare Kunstinstallation, die an die gemeinsamen Werte und Visionen in Europa und in der Europäischen Union erinnert. Hierzu wurde für jedes EU-Mitgliedsland eine Granittafel mit Zitaten herausragender Persönlichkeiten in das Pflaster der Fußgängerzone eingelassen. Die Installation wird am 14. Mai feierlich mit einem bunten Fest eröffnet. Das Fest findet zwischen Mehringplatz und Franz-Klühs-Straße auf der Friedrichstraße statt.

Anlässlich der Wiedereröffnung und des Tages der Städtebauförderung findet vor der Einweihung ein Spaziergang zum Thema Wohnen in der Südlichen Friedrichstadt statt. An sechs Stationen werden Projekte und Vorhaben im Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt erläutert.

Freiluftkino, Bühnenprogramm und Mitmachprogramme

Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Mehringplatzes um 14 Uhr startet auch die Festmeile mit ihrem bunten Familienprogramm. Live-Bands, Tanzvorführungen, Mitmachaktionen für Groß und Klein, Walking Acts und Informationsstände sorgen für vielfältige Unterhaltung. Am diversen Informationsständen erfahren Besucher:innen mehr zum Projekt und zum Europäischen Jahr der Jugend 2022. Für kleine Gäste gibt es ein zugeschnittenes Programm und sogar einen Kletterturm. Zwischen 20.30 und 22 Uhr findet ein Open Air-Kino statt. Natürlich werden auch kulinarische Leckereien nicht fehlen.

Viel Gestaltungspotential

Bezirksstadtrat Florian Schmidt erklärt: „Die Südliche Friedrichstadt zwischen Mehringplatz und Checkpoint Charlie ist ein Gebiet mit viel Gestaltungspotential. Zahlreiche Projekte sind bereits fertiggestellt, andere sind mitten in der Umsetzung und wieder andere beginnen erst gerade. Spätestens seit der IBA 87 ist das Gebiet, dass lange von der Mauerrandlage geprägt war, ein Labor der Stadtentwicklung. Und auch heute erleben wir den Kiez im Spannungsfeld zwischen Hauptstadtfunktionen und alltäglichen sozialen Fragen, die nur vor Ort, gemeinsam mit den Menschen, gelöst werden können. Wie wir einige Herausforderungen angegangen sind und wie es weitergeht – darüber möchte ich am Tag der Städtebauförderung, mit den Menschen ins Gespräch kommen – daher kombinieren wir die Neueröffnung des Mehringplatzes mit einem wohnungspolitischen Spaziergang.“

  • Treffpunkt für den Spaziergang ist am 14. Mai, 11.30 Uhr, an der Einmündung Friedrich-Stampfer-Straße/Mehringplatz.
  • Die Wiedereröffnung findet um 14 Uhr an der Friedenssäule auf dem Mehringplatz statt.

Rahmendaten

  • Bauherr: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Straßen- und Grünflächenamt
  • Bauzeit: Januar 2019 bis April 2022
  • Planung: ARGE Lavaland / Treibhaus Landschaftsarchitektur, Berlin
  • Bauausführung: Fa. KEMNA BAU Ost GmbH & Co. KG, Niederlassung Berlin
    Fa. Elektroservice Iland, Berlin
  • Baukosten: 7,12 Millionen Euro
  • Finanzierung: Bund-Länder-Programme „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und „Lebendige Zentren und Quartiere“

Weitere Informationen
www.sanierung-suedliche-friedrichstadt.de
www.tag-der-staedtebaufoerderung.berlin.de/programm/

Text: red

1 Kommentar

  1. Das Lifting des Platzes hilft gar nicht, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern solange die seelenlose, graue Bausubstanz drumherum existiert. Es fehlt einfach Leben: Restaurants, Cafés, kleine Läden. Eine Vorkriegsrekonstruktion ist die Lösung.

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