Ausstellung zum Pankower Ortschronisten Rudolf Dörrier

Ausstellungsplakat
Umstrittene Biografie: Pankows Ortschronist Rudolf Dörrier. Bild: Museum Pankow/ Bundesarchiv Berlin

Das Museum Pankow zeigt in seinen Räumen in der Heynstraße 8 ab 19. Mai eine Ausstellung, die sich dem ehemaligen Pankower Chronisten Rudolf Dörrier widmet.

In seinen Ausstellungsräumen in der Heynstraße 8 zeigt das Museum Pankow vom 19. Mai bis zum 20. November 2022 die Sonderausstellung „Verdienter Bürger oder NS-Täter? Die Lebensgeschichte des Chronisten Rudolf Dörrier“.

Umstrittene Biografie

Die Eröffnung findet am 17. Mai, 18 Uhr, in der Aula der Reinhold-Burger-Schule, Neue Schönholzer Straße 32 statt.

Nach einem Grußwort des Bezirksbürgermeisters Sören Benn (Die Linke) werden der Historiker Dr. Harry Waibel und der wissenschaftliche Leiter der Gedenkstätte des Deutschen Widerstands, Prof. Dr. Peter Steinbach, über die widersprüchliche Biographie Rudolf Dörriers debattieren.

Die Kuratorin Dr. Annette Leo gibt anschließend eine Einführung in die Ausstellungsinhalte.

Hochgelobte Chronist

Rudolf Dörrier (1899-2022), der bekannte und hochgelobte Chronist des Bezirks Pankow, Ehrenbürger von Berlin und Träger des Bundesverdienstkreuzes, war 1944/45 einige Monate lang SS-Wachmann in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Falkensee.

Als dieser Fakt vor einigen Jahren bekannt wurde, entbrannte im Bezirk eine Debatte, in der sich die Positionen nach wie vor unversöhnlich gegenüberstehen: Während die einen Dörrier als Antifaschisten und Retter seiner jüdischen Ehefrau und Tochter ansehen, halten ihn andere für einen opportunistischen Zeitgenossen, der seine Rolle als KZ-Wachmann zeitlebens verschwieg.

Differenzierte Auseinandersetzung

Mit der Sonderausstellung macht das Museum Pankow die gesamte Lebensgeschichte von Rudolf Dörrier zum Thema und plädiert für einen differenzierten Blick auf dessen Zwänge und Ambivalenzen.

Vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, die DDR bis zur Vereinigung mit der Bundesrepublik erlebte Dörrier fünf unterschiedliche politische Systeme, zwei Weltkriege und zwei Revolutionen.

Die Präsentation in der Heynstraße 8 stützt sich auf die von Dörrier zahlreich hinterlassenen Quellen und Zeugnisse. Gleichzeitig wird diese Sicht mit Hilfe weiterer Quellen und Forschungsergebnisse kritisch hinterfragt.

Darüber hinaus dokumentiert die Ausstellung die unterschiedlichen Positionen, Erinnerungen und Meinungen von Weggefährten und Experten ebenso wie die Diskussion um die inzwischen erfolgte Umbenennung der Rudolf-Dörrier-Schule in „Grundschule in Rosenthal“.

Um Anmeldung für die Eröffnung wird gebeten.

Text: Redaktion

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