Wohnungen zur Observation? Polizei besteht auf Geheimhaltung

Blick auf ein Mehrfamilienhaus in der Innenstadt.
Blick auf ein Mehrfamilienhaus in der Berliner Innenstadt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Wie viele Wohnungen und Firmenräume mietet die Berliner Polizei extra für die Beobachtung von Verdächtigen oder für andere Einsätze? Die Antwort könne die „Bekämpfung von Kriminalität und damit das Staatswohl erheblich beeinträchtigen“ – und wird daher geheim gehalten.

Das antwortete die Senatsinnenverwaltung auf eine Linken-Anfrage. Sollten Informationen über die Zahl der von der Polizei für solche Zwecke genutzten oder gemieteten Wohnungen an Kriminelle gelangen, würde das „außerordentlich nachteilig“ für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung sein.

Die Daten könnten daher nicht veröffentlicht werden. Der Abgeordnete Niklas Schrader (Linke) erhalte sie wegen seiner Anfrage aber als Geheimsache.

Anmietungen von Wohnungen als Schutzmaßnahme

Dass Wohnungen und andere Räume in manchen Fällen von der Kriminalpolizei zur Observation von Verdächtigen genutzt werden, ist bekannt. In welchem Umfang das geschieht, war schon immer ein Gegenstand von Vermutungen.

In einer Biografie über die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war zu lesen, dass das Bundeskriminalamt (BKA) vor Jahren sogar mehrere weitere Wohnungen in dem Haus, in dem Merkels Wohnung lag, mietete – aus Sicherheitsgründen.

Bestätigt werden solche Schutzmaßnahmen von der Polizei nie.

Text: dpa

 

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