Immobilienunternehmen PANDION baut am Halleschen Ufer

Am Halleschen Ufer plant die PANDION AG den Bau von Eigentumswohnungen.

Das Immobilienunternehmen PANDION kündigt ein neues Wohnungsbauprojekt in Kreuzberg am Halleschen Ufer an. 78 Eigentumswohnungen sind geplant. Das Unternehmen steht bei Friedrichshain-Kreuzbergern in der Kritik.

Fußläufig vom Potsdamer Platz und dem Park am Gleisdreieck hat das Immobilienunternehmen PANDION Ende vergangenen Jahres ein weiteres Entwicklungsgrundstück erworben. Auf dem am Halleschen Ufer gelegenen 3.300  Quadratmeter großen Areal ist ein Neubau mit 78 Wohneinheiten, 38 Tiefgaragen- und 150 Fahrradstellplätzen sowie einem begrünten Innenhof in Zusammenarbeit mit einem laut dem Unternehmen namhaften Berliner Architekturbüro geplant.

Stillschweigen über Kaufpreis

Die Bruttogeschossfläche beträgt rund 8.100 Quadratmeter. Der Verkauf der Wohnungen wird voraussichtlich im Juli 2022 starten. Die Fertigstellung ist für Ende 2024 geplant. Das Vorhaben ist Teil eines gemischten Quartiers, das im und um den ehemaligen PostbankTower an der Schnittstelle zwischen Mitte und Kreuzberg entsteht. Verkäufer des Grundstücks
ist die Art-Invest Real Estate, die das Quartier gemeinsam mit degewo realisiert. Über den
Kaufpreis haben die Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.

Top-Location von Berlin

Mathias Groß, PANDION-Niederlassungsleiter Berlin, kommentiert: „In unmittelbarer Nähe
zum Landwehrkanal schaffen wir in einem sehr begehrten Umfeld ein attraktives
Wohnungsangebot. Das Hallesche Ufer gehört mittlerweile zu den Top-Locations Berlins. An
der Schnittstelle von Mitte und Kreuzberg gelegen, verbindet es die Vorzüge von kurzen
Wegen in die City mit einer unmittelbaren Nähe zu den Kreuzberger Altbaukiezen mit ihrer
tollen Gastronomie und besonderen urbanen Atmosphäre.“

Unternehmen in der Kritik

Kürzlich stand das Kölner Immobilienunternehmen PANDION in der Kritik bei Anwohnern aus Friedrichshain-Kreuzberg. Schon seit dem vergangenen Jahr sprechen sich zahlreiche Anwohner aus dem Laskerkiez gegen das Projekt „Ostkreuz Campus“ des Immobilienentwicklers PANDION aus. Neben zahlreichen Demonstrationen und Aktionen gaben Anwohner auch kritische Google-Bewertungen zu dem genannten Projekt ab. Dagegen ging PANDION laut der Nachbarshcaftsinitiative „Wem gehört der Laskerkiez“ mithilfe eines Anwalts juristisch vor und wollte die kritischen Stimmen entfernen lassen.

Anwalt eingeschaltet

Ende vergangenen Jahres bekamen mindestens 16 Nachbarn des Friedrichshainer Laskerkiezes zwischen Markgrafendamm und Warschauer Straße E-Mails des Unternehmens „Google“. In diesen fordert der von PANDION beauftragte Rechtsanwalt Colin Simbach, kritische Beiträge zu dem Bauprojekt „Ostkreuz Campus“ zu löschen. In der Nachricht werden die von Anwohnern verfassten, kritischen Beiträge zu dem Luxusbüroprojekt  als „rechtsverletztende Bewertungen“ bezeichnet, die lediglich dazu da seien, das Unternehmen zu diskreditieren. Des Weiteren wird bemängelt, die Kritiker seien nie „Kunden“ des Unternehmens gewesen und somit sei eine Bewertung unzulässig.

Wut und Frust im Laskerkiez

„Dies ist besonders erstaunlich, da es sich beim ‚Ostkreuz Campus‘ nach wie vor um eine Baustelle handelt und auch die vereinzelten positiven Bewertungen wohl kaum Kunden sind“, bewertet die Nachbarschaftsinitiative dieses Vorgehen. Und weiter: „Dreister geht es nicht mehr. Wirklich niemand hier in unserem Kiez möchte dieses gewaltige Luxusbüroareal als seinen Nachbarn haben. Bereits bei zahlreichen Demonstrationen und Kiezversammlungen waren Wut und Frust über das Projekt und auch die mediale Selbstdarstellung der PANDION AG groß. Nun auch noch zu versuchen, die Kritik aus der Nachbarschaft mithilfe eines Anwalts zum Schweigen zu bringen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Die betroffenen Nachbarn sind fassungslos darüber, was für ein Verständnis von Meinungsfreiheit bei dem Kölner Unternehmen vorzuherrschen scheint.“ 

Mit der Löschung ihrer Google-Bewertungen wollen sich die meisten der betroffenen Nachbarn nicht zufrieden geben. Man wolle sich Hilfe von professionellen Medienanwältensuchen und abermals auf die politisch Verantwortlichen zugehen.

Text: red, Bild: IMAGO / imagebroker

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