Dit stinkt mir

Unter dem Motto „Dit stinkt mir“ veröffentlichten wir in schöner Unregelmäßigkeit ganz persönliche Meinungen unserer Redakteurinnen und Redakteure zu aktuellen Themen.

Eine Kolumne von Katja Reichgardt

Der Anblick illegal abgestellter Sofas, Kühlschränke, Stühle oder Fernseher gehört für mich seit meinem Umzug in den Wedding vor mehr als zehn Jahren zum Alltag. In den vergangenen Monaten aber, so zumindest mein Gefühl, werden die Müllberge auf den Geh- und Radwegen in meinem Kiez immer mehr und vor allem immer größer.

Müll führt zu noch mehr Müll

Ganz nach dem Motto: Wo ohnehin schon Müll steht, kann auch noch mehr Müll stehen. „Broken Windows“-Effekt nennen Forscher dieses Phänomen, nach dem Müll zwangsläufig zu noch mehr Müll führt. Mit den Weddinger Müllmassen beschäftigen sich nicht nur die BSR und das Bezirksamt. In dem Sozialen Netzwerk Instagram widmet sich sogar ein Kanal den kreativsten Müllansammlungen in den Kiezen.

Erst vor kurzem konnte ich die Verselbstständigung eines solchen Sperrmüll-Lagers direkt vor meiner Haustür beobachten. Alles begann mit einem achtlos abgestellten und deutlich ramponierten Bürostuhl. Zwei Tage später befanden sich dann bereits mehrere Regalbretter und ein Sessel an gleicher Stelle. Nach etwa einer Woche hatten sich noch einige ausgediente Stühle und Hausrat dazugesellt. Noch einige Tage später standen sogar volle Hausmüll-Tüten auf dem Gehweg.

Eine Nachbarin informierte schließlich das Ordnungsamt, das den illegal abgestellten Sperrmüll tatsächlich schnell abholte. Seit ein paar Jahren gibt es auch Sperrmüllaktionstage, an denen die BSR direkt in die Kieze kommt und alte Möbel mitnimmt. Eine sichtbare Verbesserung konnte ich aber noch nicht ausmachen.

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