Signale für mehr Radverkehr im Waldseeviertel

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Hier wird's eng: Derzeit bestimmen Autos die Szenerie in der Schildower Straße
Hier wird's eng: Derzeit bestimmen Autos die Szenerie in der Schildower Straße.

Auf dem Weg zur Verkehrsberuhigung im Waldseeviertel in Hermsdorf sieht eine örtliche Bürgerinitiative große Fortschritte.

„Ein weiterer Meilenstein für die so dringlich geforderte Verkehrsberuhigung im Waldseeviertel wurde erreicht“, teilte die Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung dieser Tage mit. Auf beiden Seiten der Stadtgrenze sei man sich einig, dass der Radverkehr auf der derzeit noch vom Schleichverkehr belasteten Schildower Straße gefördert werden soll. Anwohner des Waldseeviertels im Norden des Bezirks Reinickendorf hatten dafür in den vergangenen beiden Jahren mehrfach demonstriert.

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„Die Schildower Straße, die Veltheimstraße und der Hermsdorfer Damm im Waldseeviertel gehören mittlerweile formal zum Radverkehrsnetz Berlin“, lässt die BI wissen. Gleichermaßen habe die Gemeinde Glienicke Ende Januar die Umsetzung des Interkommunalen Verkehrskonzepts beschlossen.

Ausweisung als Fahrradstraße

Demnach gehören die Alte Schildower Straße und die Kantstraße zu einer sogenannten Regionalen Hauptroute für den Fahrradverkehr. „Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Radverkehr im Waldseeviertel die vorherrschende Verkehrsart werden soll“, so die BI. Diese schlägt eine Ausweisung der Schildower Straße als Fahrradstraße vor.

Die Weichenstellungen in Berlin und den Umlandgemeinden seien ein zentraler Baustein für die Verkehrsberuhigung im Waldseeviertel. Fahrradfahren soll dort sicherer und attraktiver werden. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sei die Unterbindung von motorisiertem Durchgangsverkehr geboten. „Mich freut, dass auf diesem Weg eine Lösung für den Verkehrskonflikt im Waldseeviertel gefunden ist, die allgemeine Anerkennung gefunden hat.“, so Michael Ortmann von der BI.

Bauarbeiten geplant

Ob dies tatsächlich so kommt, ist allerdings offen. Der Bezirk Reinickendorf konzentriert sich derzeit vor allem darauf, den Parkverkehr in der Schildower Straße neu zu ordnen, um in der Wohnstraße im Waldseeviertel mehr Platz für Busse des öffentlichen Nahverkehrs zu schaffen. Der Radverkehr soll auf der Fahrbahn geführt werden. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2023 starten.

Wegen der Verkehrssituation im Waldseeviertel gibt es seit Jahren Streit. Im Jahr 2020 hatte die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf das Bezirksamt beauftragt, die Schildower Straße an der Stadtgrenze testweise mit Pollern zu versehen und so den Durchgangsverkehr zu unterbinden.

Die erwähnte Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung hält dem Bezirksamt vor, diesen Beschluss noch immer nicht umgesetzt zu haben. Die frühere Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) berief sich auf ein Gutachten und rechtliche Bedenken. Auch die örtliche Initiative Offene Nachbarschaft lehnt Straßensperren an der Grenze zu Brandenburg ab.

Text: Nils Michaelis, Bild: IMAGO/Jürgen Ritter

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