Berlin setzt Präsenzpflicht an Schulen aus

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Am kommenden Freitag ist der letzte Schultag vor den Winterferien. Schon vorher könnten in vielen Klassenzimmern Plätze frei bleiben.
Am kommenden Freitag ist der letzte Schultag vor den Winterferien. Schon vorher könnten in vielen Klassenzimmern Plätze frei bleiben.

Kurz vor den Winterferien wird die Präsenzpflicht an Berliner Schulen vorläufig ausgesetzt. Grund sind die rasant steigenden Coronazahlen. Bei der heutigen Bund-Länder-Runde zur Infektionslage sind weder Lockerungen noch Verschärfungen zu erwarten.

Die Präsenzpflicht an Schulen wird zunächst bis Ende Februar außer Kraft gesetzt. Bereits ab Dienstag haben Eltern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob ihr Kind die Schule besucht oder zu Hause an Aufgaben und Projekten arbeitet und lernt. Das hat der Berliner Senat am Montag mitgeteilt.

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Der Präsenzunterricht bleibt aber die Regelform. Sollten sich Eltern gegen die Präsenz ihres Kindes in der Schule entscheiden, muss das der Schule unmittelbar formlos schriftlich mitgeteilt werden. Schulen werden allen Schülern soweit möglich Lernangebote unterbreiten. 

Fünf Tests pro Woche

Darüber hinaus werden zunächst in den ersten beiden Wochen nach den Winterferien die Tests in den Schulen auf fünf Tage pro Woche ausgeweitet, um noch mehr Sicherheit zu geben.

Vergangene Woche hatten die Berliner Amtsärzte angekündigt haben, dass sie künftig an Schulen für direkte Kontaktpersonen keine Quarantäne mehr für Schüler aussprechen. Aus  Sicht von Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse ist damit eine neue Situation entstanden.

Mit dem Aussetzen der Präsenzpflicht  komme die Landesregierung besorgten Eltern entgegen, so die SPD-Politikerin. Gleichzeitig werde die Beschulung und Betreuung für diejenigen gesichert, die zur Schule gehen möchten.

Familien unterstützen

Und Busse weiter: „Wir stehen auf der Seite der Kinder, Jugendlichen und Familien in dieser Stadt. Daher halten wir an unserem Hauptziel fest, die Schulen auch weiterhin geöffnet zu lassen, damit diese ihrem wichtigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag nachkommen können. Auf diese Weise können wir auch Familien mit ihren schulpflichtigen Kindern in dieser herausfordernden Zeit besonders gut unterstützen.“

Unterdessen treffen sich Bund und Länder heute zum Corona-Gipfel. Lockerungen soll es nach einer Beschlussvorlage nicht geben. Auch weitere Verschärfungen sind laut Medienberichten nicht zu erwarten. Der Kurs werde fortgesetzt. Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) sowie mehrere Vertreter aus den Ländern wollen demnach die geltenden Regelungen beibehalten.

Dafür habe sich auch der Corona-Expertenrat ausgesprochen. Zugleich soll er dafür plädiert haben, sich für einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen zu wappnen. In der Beschlussvorlage finde sich dazu nichts.

Text: nm/red, Bild: IMAGO/Bernd Friedel

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